Grundlagen der Einheit und des Wachstums der Gemeinde
Paulus beginnt Epheser 4 mit einem eindringlichen Aufruf: Wandelt würdig eurer Berufung – in aller Demut, Sanftmut und Geduld. Diese Worte bekommen besonderes Gewicht, wenn du bedenkst, wie sehr Paulus selbst von seinen eigenen Brüdern angefeindet, gesteinigt und verfolgt wurde. Gerade er wusste, wie heikel das Thema Einheit unter Christen ist. Jesus selbst betete im hohenpriesterlichen Gebet: "Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind."
Einheit ist nicht verhandelbar – aber sie hat klare Voraussetzungen. Wenn du nicht in Demut, Sanftmut und Geduld kommst, wird Gemeinschaft nicht funktionieren. Du brauchst diese Haltung, um einander in der Liebe zu ertragen und die Einigkeit im Geist zu bewahren. Doch Einheit um jeden Preis? Nein. Paulus zeigt uns sieben Grundlagen: ein Leib, ein Geist, eine Hoffnung, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller.
Zum Leib Christi gehören alle, die durch das Blut Jesu erlöst sind – das entscheidest nicht du. Der eine Geist leitet uns zusammen. Die eine Hoffnung ist das Erscheinen Jesu Christi. Aber bei "ein Glaube" und "eine Taufe" beginnen oft die Differenzen: Der eine meint, er müsse in Zungen reden, der andere Kerzen aufstellen, der dritte den Sabbat halten. Doch der Glaube, der uns eint, ist schlicht: Jesus Christus ist der Sohn Gottes, der für deine Sünden starb, auferstand und dir ewiges Leben schenkt.
Gott hat der Gemeinde Gaben gegeben – Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer – damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Einem jeden von uns sind Gaben gegeben. Hast du Gott schon gefragt, womit er dich begabt hat? Die Gemeinde ist kein Ort, wo einer predigt und alle anderen nur still sitzen und ihren Zehnten zahlen. Der Leib Christi funktioniert nur, wenn alle Glieder ihre Funktion erfüllen.
Bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes – zum vollendeten Menschen, zum vollen Maß der Fülle Christi. Nicht mehr unmündig, nicht mehr wie Babys im Geist. Von Christus aus gestaltet der ganze Leib sein Wachstum, so dass er sich selbst aufbaut in der Liebe.
