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Gottesfurcht statt Menschenfurcht

Sonntag, 7. Februar 2016
36 Minuten

Gottesfurcht statt Menschenfurcht

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Du sollst keine anderen Götter neben mir haben – das erste Gebot stellt uns eine zentrale Frage: Wen fürchtest du eigentlich? Wen betest du an? Wer steht im Zentrum deines Lebens? Diese Frage zieht sich durch die gesamte Bibel, und sie betrifft uns heute genauso wie die Menschen damals.

Wir fürchten Menschen aus drei Hauptgründen: Sie können uns bloßstellen und demütigen. Sie können uns ablehnen oder lächerlich machen. Und sie können uns angreifen, unterdrücken oder bedrohen. Doch Sprüche 29,25 warnt uns deutlich: "Menschenfurcht bringt zu Fall. Wer sich aber auf den Herrn verlässt, wird beschützt." Was wir bei Menschen suchen – Schutz, Vertrauen, Geborgenheit, Ansehen – können wir dort nicht dauerhaft finden. Es ist die falsche Quelle.

Schon im Garten Eden begann diese Furcht vor Menschen. Nach dem Sündenfall empfanden Adam und Eva zum ersten Mal Scham, fühlten sich nackt und bloßgestellt. Sie machten sich Schurze aus Feigenblättern, um sich zu bedecken. Doch Gott akzeptierte diese selbstgemachten Lösungen nicht. Er schlachtete ein Tier, und zum ersten Mal floss Blut für die Sünde des Menschen. Gott selbst bedeckte ihre Scham mit Fellen – ein Bild dafür, wie er auch heute unsere Minderwertigkeitskomplexe und Ängste bedecken möchte.

David zeigt uns beide Seiten: In Psalm 139 empfindet er Gottes durchblickenden Blick als Segen. Doch bei seinem Ehebruch mit Batseba tat er alles, damit seine Sünde vor Menschen verborgen blieb. Er ließ sogar Uria, den Ehemann Batschebas, an die vorderste Front stellen, damit er stirbt. So weit kann Menschenfurcht uns bringen. Erst als der Prophet Nathan ihm die Augen öffnete, erkannte David seine Schuld. Menschenfurcht bringt uns weg von Gott – Gottesfurcht bringt uns zu Gott hin.

Die Bibel ist voll von Beispielen: Jona floh vor seinem Auftrag, Abraham verriet seine Frau aus Angst, Elia fürchtete sich vor Isebel, Petrus verleugnete Jesus, Aaron baute das goldene Kalb, weil das Volk Druck machte, und Saul gehorchte dem Volk statt Gott. Selbst Mose schlug aus Zorn auf den Felsen, weil der Druck der Menschen zu groß wurde – und durfte deshalb das gelobte Land nicht betreten.

Johannes 12,42-43 zeigt das tragische Ergebnis: Viele Obere glaubten an Jesus, bekannten es aber nicht, "denn sie hatten lieber Ehre bei den Menschen als Ehre bei Gott." Lass keinen Menschen in deinem Leben Herr sein. Lass keinen Menschen über dich bestimmen, sondern allein Gott. Ein gottesfürchtiger Mensch fragt: Herr, was willst du? Was ist zuträglich für dein Reich und deine Gemeinde? Er wird Gott lieben und seine Gemeinde – nicht aus Menschenfurcht, sondern aus Gottesfurcht.

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