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Gott wirkt

Sonntag, 6. Dezember 2015
32 Minuten

Gott wirkt

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Bethlehem – ein unbedeutender Flecken, etwa 9 Kilometer von Jerusalem entfernt. Kein Machtzentrum, kein Palast, keine königliche Residenz. Und doch kündigte der Prophet Micha bereits 700 Jahre vor Christi Geburt an: "Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Fürsten Judas, denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll" (Micha 5,1).

Micha lebte in dunklen Zeiten. Die Menschen wollten vom Guten nichts wissen, Gott war aus dem Leben verbannt. Das Nordreich wurde verschleppt, Gericht brach über das Volk herein. Doch mitten in dieser Finsternis sprach Micha von Hoffnung – von einem kommenden Friedensreich, das ausgerechnet in Bethlehem beginnen sollte.

Warum gerade dort? Warum nicht in Jerusalem, wo die Könige geboren wurden? Die Antwort offenbart Gottes Art zu wirken: Er wählte bewusst die Niedrigkeit, damit jeder Mensch Zugang zu ihm finden kann. Hätte Jesus im Palast das Licht der Welt erblickt, hätten die Hirten keine Chance gehabt, ihn zu sehen. Du hättest keine Chance gehabt. Aber in Bethlehem, im Stall – da konnte jeder hinkommen.

Als die Weisen aus dem Morgenland nach Jerusalem kamen und fragten "Wo ist der neugeborene König?", wussten die Hohenpriester und Schriftgelehrten sofort die Antwort. Sie kannten die Schrift genau, zitierten Micha präzise. Doch keiner von ihnen machte sich auf den Weg nach Bethlehem. Sie wussten es – aber sie gingen nicht hin. Was nützt dir alle Kenntnis, wenn du nicht zu Jesus kommst?

Gott setzte ein ganzes Weltreich in Bewegung, ließ Kaiser Augustus eine Volkszählung durchführen, damit Maria und Josef die 170 Kilometer von Nazareth nach Bethlehem reisen mussten. So erfüllte sich, was geschrieben stand. Gott wirkt oft unscheinbar, anders als erwartet – aber er wirkt.

Bethlehem trägt eine Botschaft für dein Leben: Gott möchte auch durch dich wirken, so unbedeutend du dich vielleicht fühlst. Vielleicht werden wir erst in der Ewigkeit staunen, was Gott durch unsere kleinen Gespräche, durch unsere Treue im Verborgenen bewirkt hat. "Denn ihr wisst, was Jesus Christus, unser Herr, in seiner Liebe getan hat. Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen" (2. Korinther 8,9).

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