Gott nahe zu sein – das ist wahres Glück. Diese Erkenntnis stammt aus Psalm 73, Vers 28, wo der Tempeldiener Asaf nach einer tiefen Krise zu diesem Bekenntnis findet. Doch der Weg dorthin war alles andere als einfach.
Asaf kannte die Wahrheit von Kindesbeinen an: Gott ist gut zu denen, die reinen Herzens sind. Doch dann begann er zu zweifeln. Er sah um sich herum Menschen, die ohne Gott lebten – und denen es scheinbar blendend ging. Keine Krankheiten, wohlgenährt, erfolgreich. Sie höhnten über Gott, und trotzdem schienen sie das bessere Los gezogen zu haben. Asaf wurde bitter. "Ganz umsonst habe ich mein Herz rein erhalten", klagte er. "Ich bin doch den ganzen Tag geplagt worden."
Vielleicht kennst du solche Gedanken. Du siehst das Auto deines Nachbarn, der nie betet. Du fragst dich, warum Krankheit in dein Leben kommt, obwohl du Gott dienen willst. Warum scheinen die, die Gott lästern, so erfolgreich zu sein? Neid und Bitterkeit sind gefährliche Gefühle – sie entfernen dich von Gott und zerstören deine Beziehungen.
Doch dann geschah etwas Entscheidendes: Asaf ging in den Tempel, in die Gegenwart Gottes. Dort veränderte sich seine Perspektive völlig. Er erkannte, dass die Gottlosen nicht das glücklichere Ende haben werden. Sie stehen auf schlüpfrigem Boden. Wie ein schlechter Traum, den man nach dem Aufwachen vergisst, so wird Gott ihr Bild verschmähen.
Asaf wurde seine eigene Bitterkeit bewusst: "Da war ich töricht und verstand nichts. Ich verhielt mich wie ein Vieh gegen dich." Aber dann kam die befreiende Erkenntnis: "Und dennoch bleibe ich stets bei dir. Du hältst mich bei meiner rechten Hand." Gott hatte ihn nie losgelassen.
Was soll ich mir noch wünschen auf der Erde? Ich habe doch dich. Diese Worte zeigen, wo wahres Glück zu finden ist – nicht in Besitz, Gesundheit oder Erfolg, sondern in der Nähe Gottes. Durch Jesus Christus ist diese Nähe möglich geworden. Du darfst zu Gott "Abba", Papa sagen. Er sucht deine Nähe, auch wenn du dich mühselig und beladen fühlst.
Gottes Wege in deinem Leben sind vollkommen, auch wenn du sie nicht verstehst. Sein Wille ist gut. Und am Ende wartet die Herrlichkeit auf alle, die bei ihm bleiben.
