Abraham war ein Sohn eines Götzendieners. Sein Vater Terach lebte in Ur in Chaldäa und diente einem Mondgott namens Nana. Die ganze Familie war tief im Götzendienst verstrickt. Und genau zu diesem Mann spricht Gott: "Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde" (1. Mose 12,1).
Was für eine erstaunliche Berufung! Gott erwählt keinen religiösen Überflieger, sondern einen 75-jährigen Mann aus einem götzendienerischen Umfeld, dessen Frau Sara unfruchtbar ist. Und diesem Mann verspricht Gott: "Ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein" (1. Mose 12,2).
Wenn du durch die Bibel gehst, wirst du dieses Muster immer wieder entdecken: Gott beruft Menschen mit geringen Möglichkeiten. Fischer, korrupte Zöllner, Menschen die gestolpert sind. Mose glaubte, er könne nicht reden. Jeremia dachte, er sei zu jung. Petrus hat Jesus verraten. Doch Gott gebraucht genau solche Menschen.
Abrahams Berufung enthält drei Aufforderungen: Verlasse dein Land, deine Verwandtschaft und das Haus deines Vaters. Gott beruft heraus – manchmal aus Lebensverhältnissen, manchmal aus Sicherheiten. Und bemerkenswert: Gott nennt kein konkretes Ziel. "Geh in ein Land, das ich dir zeigen werde." Ein offenes Ende. Doch mit der Aufforderung kommt eine dreifache Verheißung: Ich will dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen.
Mehr noch: "Du sollst ein Segen sein" (1. Mose 12,2). Abraham sollte ein Kanal des Segens werden. Und dann diese gewaltige Zusage: "In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde" (1. Mose 12,3). Paulus erklärt in Galater 3, dass Abraham damit bereits das Evangelium gehört hat – die Verheißung auf Jesus Christus, den Nachkommen Abrahams.
Das Beeindruckende: Abraham widerspricht nicht. Er fragt nicht nach. Er geht einfach. Hebräer 11,8 sagt: "Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, nach dem Ort auszugehen, den er als Erbteil empfangen sollte. Und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er kommen würde."
Als Abraham im Land Kanaan ankommt, baut er Altäre – von Ort zu Ort. Damit erklärt er öffentlich: Mein Gott Jahwe, nicht die Götter der Kanaaniter, hat hier das Sagen. Er zeigt den Menschen um sich herum, dass er in Gottes Gegenwart lebt.
Gottes Berufung gilt nicht nur besonderen Menschen. Jeder von uns hat einen Auftrag. Vielleicht heißt es für dich: Geh zu deinem Nachbarn. Sei ein Zeugnis auf deiner Arbeit. Stärke die schlaffen Hände und festige die strauchelnden Knie (Jesaja 35,3). Gott möchte dich gebrauchen – mit allen deinen vermeintlich geringen Möglichkeiten. Denn wenn du Christus angenommen hast, bist du ein Berufener, ein Gesegneter, ein Kind Abrahams. Und Gott verspricht: Ich will dich segnen auf diesem Weg.
