Jesus Christus ist kein Kumpel, der dir alles gibt, ohne etwas von dir zu erwarten. In 2. Mose 19 begegnet Gott seinem Volk am Berg Sinai – in Donner und Blitz, in Feuer und Rauch. Der ganze Berg bebt. Das Volk erzittert. Selbst Mose erschrickt vor dem Anblick Gottes. Bevor Gott herabkommt, fordert er sein Volk auf: "Heiligt euch! Wascht eure Kleider! Seid bereit!" Gott zieht klare Grenzen. Wer den Berg berührt, muss sterben. Das ist der heilige, Ehrfurcht gebietende Gott, mit dem wir es zu tun haben.
Und genau dieser Gott möchte dir persönlich begegnen – nicht nur auf einem Berg, sondern in deinem Alltag. Durch seinen Geist wohnt er in dir, wenn du sein Kind bist. Du bist ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, sagt 1. Petrus 2,9. Aber ist das in deinem Leben sichtbar? Wann ist dir Gott das letzte Mal wirklich begegnet?
In 1. Petrus 2,1-2 nennt Petrus fünf konkrete Hindernisse, die deine Gemeinschaft mit Gott blockieren: Bosheit – diese negative, kritische Haltung gegenüber allem und jedem. Betrug – die kleinen Unehrlichkeiten bei der Steuererklärung, bei den Arbeitsstunden. Heuchelei – das schöne Bild nach außen, während innen etwas ganz anderes ist. Neid – dem anderen nicht gönnen, was er hat oder kann. Üble Nachrede – über Menschen sprechen, wenn sie nicht im Raum sind.
Petrus sagt: Legt das ab! Dieses "Ablegen" meint das Ausziehen von Kleidern, das Abreißen einer Brücke. Es ist radikal. Denn nur wenn du diese Hindernisse abreißt, entwickelst du Hunger nach Gott. Dann wirst du "wie ein neugeborenes Kind begierig nach der unverfälschten Milch des Wortes" (1. Petrus 2,2).
Begierig – das beschreibt ein tiefes, unstillbares Verlangen. Wie ein Baby, das nachts aufwacht und sofort schreit, weil es seine Milch will. Jetzt. Sofort. Alles andere muss warten. Der Psalmist sagt: "Ich tue meinen Mund auf und lechze danach" (Psalm 119,131). Jeremia schreibt: "Als ich deine Worte fand, verschlang ich sie" (Jeremia 15,16). Hast du diesen Hunger?
Wir leben in einer Zeit, die absolut voll ist. Produktiv. Beschäftigt. Am Jahresende können wir kaum noch sagen, was wir erlebt haben – nur, in wie vielen Städten wir waren. Aber können wir von regelmäßigen Begegnungen mit Gott sprechen? Große Männer Gottes investierten jeden Morgen Stunden in die Gemeinschaft mit ihm und sagten am Ende ihres Lebens: "Wenn ich noch einmal leben würde, würde ich noch mehr investieren."
- Petrus 4,7 fordert dich heraus: "Es ist nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet." Besonnen bedeutet Selbstdisziplin. Kontrolliere deine Gedanken. Lass dich nicht ablenken von den Sorgen dieses Lebens. Denn alles Fleisch ist wie Gras – es verdorrt. Aber Gottes Wort bleibt in Ewigkeit. Was du mit Gott erlebst, hat Ewigkeitswert.
Die entscheidende Frage ist die, die Jesus Petrus stellte: "Liebst du mich?" (Johannes 21,15). An dieser Frage entscheidet sich, ob du diese Milch wirklich willst, ob Frucht in deinem Leben sichtbar wird, ob Veränderung geschieht. Gott sehnt sich nach dir. Er hat bereits alles getan. Jetzt fordert er dich heraus: Reiß die Hindernisse ab. Werde wie ein Kind, das ungeduldig nach der Milch verlangt. Denn eine Begegnung mit diesem heiligen Gott verändert dein Leben.
