Gott hat seinen Sohn auf diese Erde geschickt, damit du an ihn glaubst und erlöst wirst. Das ist Gnade. Doch viele Christen leben in Unsicherheit, ähnlich wie ein Passagier auf der Warteliste am Flughafen, der nicht weiß, ob er den letzten Flug nach Hause noch bekommt. Diese quälende Ungewissheit – bin ich wirklich dabei? Habe ich es geschafft? – kennen mehr Menschen, als wir denken.
Was uns zweifeln lässt, ist nicht das, was in der Bibel steht, sondern unser eigenes Verhalten. Unser alltägliches Leben mit seinen Höhen und Tiefen. Wir Menschen neigen dazu, einen Durchschnittswert zu bilden: Passt der Wert oder passt er nicht? Aber Gott sei Dank funktioniert Gott anders. Er ist gerecht und gnädig – und das erscheint wie ein Widerspruch. Gerechtigkeit würde bedeuten: Wer ein Gesetz übertritt, bekommt seine Strafe. Gnade ist das genaue Gegenteil. Gnade wäre, wenn du viel zu schnell fährst, angehalten wirst und der Polizist sagt: "Lass es gut sein."
In Johannes 10,28-29 verspricht Jesus etwas Gewaltiges: "Ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen." Niemand wird dich aus seiner Hand reißen. Gott lässt dich nicht los, egal was kommt. Das ist keine menschliche Erfindung – das steht so in der Bibel.
Gott kennzeichnet sogar, was ihm gehört. In 2. Korinther 1 lesen wir, dass er uns sein Siegel aufgedrückt hat. Wie früher Viehzüchter ihre Herden brandmarkten oder wie wir heute unsere Sachen beschriften, so hat Gott dich signiert: "Gehört mir. Finger weg." Diese Gewissheit ist entscheidend, denn ohne sie gibt es keine Freude. Ohne Freude keinen Frieden. Und ein Leben ohne Frieden ist ein Leben in Angst – und das will Gott garantiert nicht für dich.
Selbst die Jünger, die drei Jahre lang Tag und Nacht mit Jesus unterwegs waren, die Wunder miterlebten und seine Lehren aus erster Hand hörten, zweifelten. Als Jesus ihnen sagte: "Ihr werdet mich alle verlassen", waren sie plötzlich unsicher. Petrus verleugnete ihn dreimal. Doch Jesus sagte zu ihm: "Ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre." Und in Johannes 17 betet Jesus nicht nur für die Jünger, sondern ausdrücklich auch "für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden" – das schließt dich ein.
Diese Gewissheit bedeutet aber nicht, die Füße hochzulegen. Gnade verändert dich. Sie bewirkt einen stetigen Optimierungsprozess in deinem Leben. Josef im Alten Testament hatte verstanden, was Gnade bedeutet – und missbrauchte sie nicht, selbst als er den heftigsten Versuchungen ausgesetzt war. Gott lässt uns nicht los, aber wir dürfen diese Gnade nicht missbrauchen.
Wie sicher bist du dir auf einer Skala von 1 bis 10, in den Himmel zu kommen? Wenn deine Antwort nicht "10 – total sicher" ist, dann such nach Gottes Gnade. Er hat sie für dich bereit.
