Abraham war 75 Jahre alt, als Gott ihm einen Sohn versprach. Fünf Jahre vergingen – nichts. Zehn Jahre – immer noch nichts. Dreiundzwanzig Jahre wartete er, bis Sarah endlich schwanger wurde. Mit 100 Jahren wurde Abraham Vater. Nach einem Vierteljahrhundert des Wartens hielt er endlich seinen verheißenen Sohn Isaak in den Armen.
Dann geschah das Unfassbare. In 1. Mose 22 lesen wir, wie Gott zu Abraham spricht: "Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh hin in das Land Moria und bringe ihn dort zum Brandopfer dar." Drei Tage lang wanderte Abraham mit seinem Sohn, wissend, was er tun sollte. Drei Tage mit diesem Wissen im Herzen – kannst du dir vorstellen, wie sich das anfühlt? Das Einzige, worauf du 25 Jahre gewartet hast, sollst du einfach weggeben.
Das Mysteriöse daran: Gott hätte Abraham sagen können, opfere deinen Sohn zu Hause. Aber er schickte ihn ins Land Moria – übersetzt bedeutet das "Gott wird dafür sorgen." Während Abraham unterwegs war, wusste er nicht, was Gott vorbereitet hatte. Er wusste nur: Ich muss gehorsam sein.
Genau so ist es mit uns. Wir leben als Christen in dieser Welt, kämpfen mit denselben Problemen wie alle anderen. Manchmal verstehen wir nicht, warum wir durch schwere Zeiten gehen müssen. Warum verliere ich meinen Job? Warum diese Krankheit? Warum sind meine Kinder ungehorsam? Ich vertraue Gott, aber wo ist die Freude in meinem Leben?
Die Wahrheit ist: Die Prophezeiung wurde erst dadurch wirksam, dass Abraham gehorsam war. Jesus selbst trug sein Kreuz wie Isaak das Holz trug. Und nach drei Tagen im Grab stand er auf – das ist unsere Hoffnung.
Vielleicht hält dich etwas fest, das du nicht loslassen willst. Vielleicht deine Zeit, deine Pläne, deine Sicherheit. Aber wenn du Gott das gibst, was du am meisten schätzt, wird er es vervielfältigen. Gott hat versprochen, mit dir zu gehen, egal wie tief du gesunken bist. Bleib an Jesus dran – er wird seine Verheißung erfüllen.
