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Glaube hat Auswirkungen

Sonntag, 18. September 2016
39 Minuten

Glaube hat Auswirkungen

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Paulus sagt in Römer 10,17: "Der Glaube kommt aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort." In unserer westlichen Welt haben wir unzählige Möglichkeiten, Gottes Wort zu hören – in Gottesdiensten, Bibelkreisen, Hauskreisen. Wir können uns nicht beschweren, dass wir zu wenig bekommen. Doch wo ist der Glaube zu sehen? Jakobus fordert uns heraus: "Hört euch diese Botschaft nicht nur an, sondern handelt auch danach. Andernfalls betrügt ihr euch selbst" (Jakobus 1,22).

Denk an einen Menschen mit extremem Übergewicht, der täglich drei Flaschen Cola trinkt und sich damit abgefunden hat, ungesund zu leben. Er konsumiert ständig, aber arbeitet nichts ab. Genauso verhält es sich oft mit uns Christen. Wir konsumieren Predigtinhalte, nehmen Lehre auf – aber setzen wir sie um? Was uns fehlt, ist nicht noch mehr Lehre, sondern die praktische Umsetzung dessen, was wir bereits gehört haben.

Hier entsteht eine scheinbare Spannung: Paulus betont, dass wir "ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade" (Römer 3,23). Jakobus hingegen schreibt: "Der Mensch wird durch Werke gerechtfertigt und nicht durch den Glauben allein" (Jakobus 2,24). Beide nennen Abraham als Beispiel. Widersprechen sie sich?

Paulus wendet sich an Menschen, die glauben, durch eigene Werke Gottes Gnade verdienen zu können. Er macht klar: Wenn Gottes Gnade von unseren Werken abhängig wäre, wäre es keine Gnade mehr. "Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren" (Römer 5,8). Selbst der Glaube ist Gottes Geschenk, nicht deine Vorleistung.

Jakobus spricht zu einer anderen Gruppe: zu Menschen, die behaupten, Glauben zu haben, aber keine Frucht zeigen. "Was hilft es, wenn jemand sagt, er habe Glauben und hat doch keine Werke? Kann ihn denn dieser Glaube retten?" (Jakobus 2,14). Er spricht vom "Maulglauben" – Menschen, die sich auf den Glauben ihrer Vorfahren berufen oder Religion als gute moralische Erziehung betrachten, ohne dass ihr Herz wirklich ergriffen ist.

Stell dir ein Kanu vor, bei dem du nur auf einer Seite ruderst. Du drehst dich im Kreis. Glaube ohne Werke ist wie einseitiges Rudern – es bringt dich nicht vorwärter. Nur wenn Glaube im Herzen und Taten im Leben zusammenkommen, entsteht Veränderung.

Jakobus verdeutlicht es drastisch: Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung und Nahrung ist, und du sagst "Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch", aber gibst ihnen nichts – was hilft das? "So ist es auch mit dem Glauben. Wenn er keine Werke hat, so ist er an und für sich tot" (Jakobus 2,17). Wie viele Male sagst du "Ich sollte doch mal..." – jemanden einladen, mit jemandem sprechen, helfen – und das Leben nimmt dich ein mit scheinbar Wichtigerem?

In 2. Timotheus 3 warnt Paulus vor den letzten Tagen: "Die Menschen werden sich selbst lieben, geldgierig sein, prahlerisch, überheblich..." Und dann der entscheidende Vers: "Dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie." Das sind nicht die Menschen da draußen – das sind Menschen in der Gemeinde. Die Frage ist: Gehörst du dazu?

Glaube ist die Grundlage unseres Lebens mit Gott. Wenn dein Herz nicht mehr für Gottes Sache schlägt, wenn dein ganzes Sein nicht von Christus ergriffen ist, dann ist dieser Glaube tot. Selbst Dämonen glauben an Gott und zittern – aber ihre Beziehung zu ihm ist nicht im Reinen.

Paulus betet in Epheser 3: "Dass er euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit gebe, durch seinen Geist mit Kraft gestärkt zu werden an dem inneren Menschen." Wann hast du das letzte Mal so für dich selbst oder für andere gebetet? Christus hat uns bereits alles gegeben, was notwendig ist, um Werke des Glaubens zu tun. Die Frage ist: Liebst du ihn mit deinem ganzen Herzen?

Es ist der Glaube allein, der gerecht macht. Aber der Glaube, der gerecht macht, kann niemals alleine bleiben.

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