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Gideon - Mit Gott Angst überwinden

Samstag, 5. Januar 2013
36 Minuten

Gideon - Mit Gott Angst überwinden

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Gideon drischt Weizen in einer Kelter – versteckt, aus Angst vor den Midianitern, die dem Volk Israel seit sieben Jahren alles rauben. Und genau diesem verängstigten Mann erscheint Gott und nennt ihn "tapferer Held". Das klingt wie ein Widerspruch, oder? Aber Gott sieht weiter als wir. Er sieht nicht nur das, was äußerlich sichtbar ist, sondern das, was er in uns bewirken will.

Das Richterbuch zeigt uns eine Zeit, in der jeder tat, was recht war in seinen eigenen Augen. Eine Zeit ohne König, ohne klare Führung – und das Volk Israel fiel immer wieder von Gott ab. Sobald ein Richter starb, wandten sie sich anderen Göttern zu. Gott musste Retter einsetzen, Menschen, die er mit seinem Geist erfüllte. Gideon war einer von ihnen.

Doch Gideon zweifelt. Er zählt Gott vier Gründe auf, warum er unmöglich der Richtige sein kann: Die Situation ist hoffnungslos, die Wunder sind Vergangenheit, die Unterstützung ist minimal, und seine eigene Kraft reicht nicht aus. Seine Familie ist die geringste, und er selbst der Kleinste im Haus seines Vaters. Kennst du diese Gedanken? "Gott, nimm doch jemand anderen – den Pastorensohn, den Missionarssohn, aber nicht mich!"

Gottes Antwort ist bemerkenswert: "Habe ich dich nicht gesandt?" Er fordert Gehorsam, aber nicht ohne Zusage. "Ich bin mit dir" – das ist die Grundlage. Gott geht es nicht primär um unsere Angst oder unseren Zweifel, sondern um unseren Gehorsam. Aber er lässt uns nicht allein damit.

Gideon bittet um ein Zeichen – und Gott gibt es ihm. Er bereitet ein Opfer vor, und Feuer steigt vom Felsen auf und verzehrt es. Dann bekommt Gideon Todesangst, weil er Gott gesehen hat. Doch Gottes Antwort lautet: "Friede sei mit dir. Fürchte dich nicht." Das erinnert an Jesus, der nach seiner Auferstehung zu seinen Jüngern sagt: "Friede sei mit euch." Furcht gehört nicht in eine Liebesbeziehung. Vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, wie es in 1. Johannes 4,18 heißt.

Der erste Auftrag für Gideon: Zerstöre den Götzenaltar deines Vaters. Geistliche Erneuerung muss zuerst kommen. Doch Gideon hat immer noch Angst – er tut es nachts, wenn niemand zuschaut. Und was macht Gott? Er verdammt ihn nicht. Stattdessen bewahrt er ihn, als die Leute der Stadt ihn töten wollen. Sein Vater verteidigt ihn sogar: "Wenn Baal wirklich Gott ist, soll er selbst für sich kämpfen."

Dann kommt die bekannte Geschichte mit dem Wollvlies. Gideon bittet um ein übernatürliches Zeichen – einmal soll nur das Vlies nass sein, einmal nur der Boden. Er weiß, dass es frech ist: "Dein Zorn entbrenne nicht gegen mich, dass ich nur noch einmal rede." Aber Gott handelt. Zweimal. Er will, dass Gideon seine Angst vor dem Auftrag verliert.

Was lernen wir daraus? Gott sieht in dir mehr, als du in dir selbst siehst. Er kennt deine Zweifel, aber er fordert trotzdem Gehorsam – allerdings mit der Zusage seiner Gegenwart. Er geht liebevoll auf deine Bedenken ein und schenkt Bestätigungen, damit du Vertrauen fassen kannst. Denk an ein kleines Kind, das in die viel zu großen Schuhe der Eltern steigt und versucht zu laufen – es fällt, steht auf, lacht. Aber am meisten Freude macht es, wenn es dabei die Hand von Mama oder Papa hält.

Vielleicht hast du Angst, die Wahrheit zu sagen, weil du Nachteile befürchtest. Vielleicht fällt es dir schwer, Schuld einzugestehen oder dich für einen Dienst zu melden. Vielleicht scheust du dich, mit Arbeitskollegen über Jesus zu sprechen. Gott fordert dich heraus: "Habe ich dich nicht gesandt?" Aber er verspricht auch: "Ich bin mit dir." Angst ist die Abwesenheit von Vertrauen. Die Frage ist: Vertraust du Gott genug, um gehorsam zu sein – auch mit Angst?

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