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Gezielte Flucht

Samstag, 18. Februar 2012
42 Minuten

Gezielte Flucht

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Gott sagte zu Jona: "Mache dich auf und gehe in die große Stadt Ninive und predige wider sie, denn ihre Bosheit ist heraufgekommen vor mich." Ein klarer, kurzer Auftrag. Doch Jonas Antwort war ebenso eindeutig – er floh in die entgegengesetzte Richtung, 4000 Kilometer weit nach Tharsis in Spanien.

Ninive war keine gewöhnliche Stadt. Sie war alt, groß und wurde von den Assyrern bewohnt – den Feinden Israels. Gott konnte nicht länger zusehen, wie böse diese Menschen waren. Das Maß war voll. "Es ist genug", wollte Gott sagen. Und ausgerechnet Jona sollte dorthin gehen und das Gericht verkündigen. Keine Gnade, kein "wenn ihr umkehrt" – nur reines Gericht.

Warum floh Jona? Nicht aus Feigheit. Später würde er sich freiwillig in einen tosenden Sturm werfen lassen. Der Grund war tiefer: Jona hatte einen übertriebenen Nationalstolz. Er gönnte den Feinden Israels die Gnade Gottes nicht. In Jona 4,2 gesteht er es selbst: Er wusste, dass Gott gnädig und barmherzig ist. Genau das fürchtete er – dass Ninive Buße tun und Gott ihnen vergeben würde.

Doch diese Geschichte ist nicht nur Jonas Geschichte. Wie schnell entziehen auch wir uns dem Einflussbereich Gottes? Wir müssen nicht 4000 Kilometer reisen. Es genügt, nachlässig im Bibellesen zu werden, den Gottesdienst seltener zu besuchen, die Gemeinschaft mit Gläubigen zu vernachlässigen. Schon Hebräer 10,24-25 mahnt uns: "Lasst uns nicht verlassen unsere Versammlungen, wie etliche zu tun pflegen."

Jona scheute nicht einmal die Kosten seiner Flucht. Er bezahlte das Fahrgeld ohne zu zögern. Auch heute gibt es unzählige Möglichkeiten – günstige und teure –, sich dem Einfluss Gottes zu entziehen. Ein Hobby, das all unsere Zeit verschlingt. Aktivitäten, die uns beschäftigt halten, aber von Gott wegführen.

Die Frage ist: Sind wir mit unserer Gemeinde verheiratet oder flirten wir nur mit ihr? Investieren wir mehr in unsere Hobbys als ins Reich Gottes? Die Geduld Gottes wird heute oft missverstanden. Die Welt lebt, als gäbe es Gott nicht. Doch Gott achtet auf jedes Volk, jede Nation, jeden Einzelnen. Und eines Tages wird Er wieder sagen: "Es ist genug."

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