Jesus Christus stellt eine radikale Forderung: "Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach" (Matthäus 16,24). Der leibliche Tod wird erst dann einen positiven Ausgang für dein Leben haben, wenn du bei einer anderen Beerdigung warst – der Beerdigung deines eigenen Ichs. Paulus bringt es auf den Punkt: "Ich bin mit Christus gekreuzigt und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir" (Galater 2,20).
Vielleicht bist du in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen und hast irgendwann das Gebet gesprochen. Du glaubst an Jesus als deinen Erretter. Aber hier liegt der entscheidende Unterschied: Jesus sagt nur etwa fünfmal "glaube an mich", aber mehr als 20 Mal "folge mir nach". Glaubst du nur an ihn oder folgst du ihm wirklich nach? Gibt es Bereiche in deinem Leben – Geld, Beziehungen, Träume, Arbeit, Erfolg – zu denen Jesus keinen Zutritt hat?
In Johannes 12,24-26 verwendet Jesus das Bild vom Weizenkorn: Wenn es nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Erst im Sterben entsteht Frucht. Dein Ich, deine Identität muss sterben, damit neues Leben entstehen kann. Und dieses Weizenkorn muss in den Dreck der Erde fallen – du kannst nicht nur bequem in der christlichen Suppe schwimmen. Echter Glaube fordert dich heraus, in diese Welt hinauszugehen.
In Lukas 9,57-62 begegnen Jesus drei Menschen, die ihm nachfolgen wollen – aber mit Vorbehalten. Einer verspricht bedingungslose Nachfolge, doch Jesus warnt ihn: Der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann. Nachfolge ist nicht bequem. Ein anderer will erst seinen Vater begraben – eigentlich eine verständliche Bitte. Doch Jesus durchschaut: Dieser Mann will erst sein Erbe sichern, bevor er nachfolgt. Jesus sagt: Heute, nicht irgendwann. Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes.
Gott braucht keine frommen Taten. Er will dich haben. Nicht ein Paket mit Regeln – nicht rauchen, nicht trinken, ordentlich sein – sondern eine lebendige Beziehung. Die Frage ist nicht, ob du ein Fan von Jesus bist, der gerne über ihn redet. Die Frage ist: Bist du ein Nachfolger, in dessen Leben man das sehen kann? Bist du bereit, jeden Tag ein Stückchen zu sterben?
