Jeremia 17 stellt uns vor eine klare Wahl: Verflucht ist, wer auf Menschen vertraut und sein Herz vom Herrn abwendet – wie ein kahler Strauch in der Wüste. Gesegnet aber ist, wer auf den Herrn vertraut – wie ein Baum am Wasser gepflanzt, der auch in Dürrezeiten Frucht trägt.
Das Leben verläuft selten so, wie wir es uns vorstellen. Ein dreijähriger Junge läuft auf die Straße, Tage später werden die Maschinen abgestellt. Enkelkinder mit Asthma im Krankenhaus. Ehen, die zerbrechen. Träume, die platzen. Es ist leicht, Gott zu dienen, wenn alles gut läuft. Aber was, wenn das Leben anders verläuft als geplant? Dann zeigt sich, wo dein Herz wirklich ist.
Hier kommt das Problem: "Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig. Wer kann es ergründen?" (Jeremia 17,9). Das Herz ist nicht zuverlässig. Es täuscht, lügt, verbirgt. Eine Ehefrau versteckt drei Jahre lang Untreue, während sie in der Gemeinde dient. Ein langjähriger Prediger erleidet Schiffbruch. Sünde hat lange Beine – du kannst versuchen wegzulaufen, aber sie holt dich ein. Ein Jahr, fünf Jahre später steht sie plötzlich da.
Doch Gott sieht alles. "Ich, der Herr, erforsche das Herz und prüfe die Nieren" (Jeremia 17,10). Du stehst vor ihm wie nackt – nichts kann verborgen bleiben. Er kennt deine Gedankenwelt von ferne. Das ist zunächst erschreckend, aber genau hier liegt die Lösung: "Heile du mich, Herr, so werde ich heil" (Jeremia 17,14).
Die Heilung des herzkranken Menschen beginnt mit völliger Offenheit. Komm zum Herrn und sage: "Ist da etwas tief in meinem Herzen? Schaue in jede Ecke, jede blinde Stelle. Nichts soll verborgen sein." David betet in Psalm 51: "Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir von neuem einen festen Geist." Er bittet um dieselben Verlangen, die Gott hat. Um Freude am Heil. Um offene Lippen, die Gottes Lob verkündigen.
Das größte Problem, warum Gemeinden nicht wachsen, liegt nicht da draußen – es liegt hier drinnen. Wir leben nicht, was wir bekennen. Gefangene sagen: "Ich hasse Christen – mein Vater hat mich verprügelt und ging dann zur Kirche." Was Gott will, sind echte, durchsichtige Kinder Gottes. Menschen, die Fehler zugeben können, die zeigen, was Nachfolge bedeutet – besonders wenn es schwer wird.
Jesus lädt dich ein: "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid" (Matthäus 11,28). Das gilt nicht nur für Ungläubige, sondern auch für dich als Christ. Nimm sein Joch auf dich – ein Joch, das perfekt für dich gemacht ist. Er trägt das Schwergewicht, du gehst nur mit. Er bestimmt den Weg, die Geschwindigkeit, das Ziel. Und er ist sanftmütig und demütig als Lehrer. Wenn du fällst, hilft er dir auf.
"Glückselig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen" (Matthäus 5,8) – nicht nur im Himmel, sondern schon hier, täglich mit ihm gehend.
