Advent bedeutet Ankunft und Kommen – eine Zeit der Stille, der Besinnung und der Vorbereitung. Doch die Realität sieht oft anders aus: Umfragen zeigen, dass fast jeder Fünfte Weihnachten am liebsten abschaffen würde. Jeder Vierte fühlt sich massiv unter Druck gesetzt, und jeder Sechste gibt zu, dass zu Hause meist dicke Luft herrscht. Statt Frieden erleben viele Menschen Stress, Hektik und Streit.
Dabei geht es an Weihnachten um etwas völlig anderes. In Philipper 2,1-11 beschreibt Paulus, wie Christen untereinander leben sollten: in Demut, Liebe und Einmütigkeit. Die zentrale Forderung lautet: "Achte einer den anderen höher als sich selbst und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was des anderen ist." Das widerspricht völlig unserem menschlichen Wesen, das von Selbstsucht und Eitelkeit geprägt ist.
Doch genau hier kommt Jesus ins Spiel. Er ist die Messlatte, das Vorbild schlechthin. Obwohl er in göttlicher Gestalt war, entäußerte er sich selbst, nahm Knechtsgestalt an und wurde uns Menschen gleich. Er erniedrigte sich bis zum Tod am Kreuz. Jesus hätte in einem Königshaus geboren werden können, doch er kam in einem Stall zur Welt. Er wurde verachtet und für nichts geachtet – dabei hatte er uns höher geachtet als sich selbst.
Diese Gesinnung Jesu soll auch deine Gesinnung werden. Das bedeutet praktisch: Du fragst nicht zuerst, was dir etwas bringt, sondern was dem anderen dient. Du kämpfst nicht um Anerkennung, sondern begegnest anderen mit Wertschätzung. Du siehst in jedem ein Kind Gottes. Diese Haltung gilt nicht nur in der Gemeinde, sondern auch in der Familie und am Arbeitsplatz.
Weihnachten ist mehr als ein Fest der Besinnung – es ist ein Fest der Gesinnung. Es ist der größte Ausdruck von Selbstverleugnung. Jesus lebte vor, wie du als Christ gesinnt sein sollst. Vielleicht entschließt du dich dieses Weihnachten, dich selbst in den Hintergrund zu stellen und dem anderen den Vorrang zu geben.
