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Gemeinde - Die Braut Christi

Samstag, 10. Januar 2015
51 Minuten

Gemeinde - Die Braut Christi

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Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth: "Ich eifere um euch mit göttlichem Eifer, denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte." Eine unberührte Braut für Christus – das klingt in unserer Zeit fast provokant. Doch genau dieses Bild zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Bibel: vom ersten Buch Mose bis zur Offenbarung, wo Johannes die Braut des Lammes sieht – das heilige Jerusalem, geschmückt mit der Herrlichkeit Gottes.

Im alten Israel war eine Hochzeit weit mehr als ein schönes Fest. Sie war eine heilige Handlung, von Gott geboten. Zweimal im Jahr tanzten die Mädchen im Reigen, während die jungen Männer nach ihrer zukünftigen Braut Ausschau hielten. Wenn ein junger Mann seine Wahl getroffen hatte, sandte er einen Freund mit einem besonderen Geschenk – etwas Persönliches, das den Wert der Braut für ihn zeigte. Behielt sie das Geschenk, war das ihr Ja. Dann folgte die Verlobung, bei der ein Ehevertrag geschlossen und der Brautpreis verhandelt wurde. Das Brautpaar trank gemeinsam den Kelch des Bundes. Danach ging der Bräutigam nach Hause, um die Wohnung vorzubereiten – manchmal dauerte das bis zu zwölf Monate. Die Braut wusste nicht genau, wann er zurückkommen würde. Nur der Vater des Bräutigams entschied, wann alles bereit war.

Diese Geschichte aus 1. Mose 24 ist mehr als eine alte Tradition – sie ist ein prophetisches Bild. Gott selbst hat uns erwählt, nicht umgekehrt. Jesus sagt: "Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt." Der Brautpreis? Das Blut Jesu Christi. Der Ehevertrag? Das Neue Testament. Der Kelch des Bundes? Das Abendmahl. Die Geschenke des Bräutigams? Die Fülle des Heiligen Geistes mit all seinen Gaben. Und jetzt, in diesem Moment, bereitet Jesus in seines Vaters Haus die Wohnung für uns vor.

Doch wie bei jeder Braut im alten Israel ist auch von uns Reinheit gefordert. Das Wort Gottes spricht unmissverständlich – vom sechsten Gebot "Du sollst nicht ehebrechen" bis zu den Briefen des Neuen Testaments, die uns auffordern, uns von sexueller Unreinheit fernzuhalten. In Römer 1 lesen wir von Menschen, die in ihrer Klugheit Gott in Frage stellten und die Gott darum dahingab in schändliche Leidenschaften. Das gilt heute genauso wie damals, unabhängig davon, was unsere Gesellschaft als normal erklärt.

Als Gemeinde, als Braut Christi, sind wir berufen, rein und heilig zu sein. Wir wissen nicht, wann die Posaune erschallt und der Bräutigam kommt. Aber wir sollen bereit sein – gereinigt, geschmückt mit dem Mantel der Gerechtigkeit, wartend auf das Hochzeitsmahl des Lammes.

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