Gott möchte mitten unter uns wohnen – das war seine Botschaft an das Volk Israel, als sie noch Sklaven waren. Stell dir vor: Menschen, die 450 Jahre unterdrückt wurden, durften plötzlich freiwillig Gaben sammeln, um Gott eine Wohnung zu bauen. Die Stiftshütte in der Wüste, später der prächtige Tempel in Jerusalem – all das waren sichtbare Zeichen: Hier begegnet man Gott.
Jeder Bestandteil des Tempels hatte tiefe Bedeutung. Der Opferaltar zeigte: Nur durch Versöhnung kann ich zu Gott kommen. Das bronzene Waschbecken machte deutlich: Nichts Unreines darf vor Gott treten. Der siebenarmige Leuchter im Inneren strahlte: Gott ist Licht. Der Räucheraltar symbolisierte aufsteigende Gebete. Und im Allerheiligsten, hinter dem Vorhang, wohnte die Herrlichkeit Gottes selbst – ein Ort so heilig, dass nur der Hohepriester einmal im Jahr eintreten durfte.
Der Tempel war mehr als ein Gebäude. Er war Versöhnungsstätte, Anbetungsort und der Platz, wo Gott zu seinem Volk sprach. Doch dann kam Jesus und kündigte an: Dieser Tempel wird zerstört werden. Die Jünger verstanden nicht, dass er von seinem eigenen Leib sprach – dem wahren Tempel, in dem die ganze Fülle Gottes wohnte.
Heute richtet sich Gottes Wort an dich: "Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?" (1. Korinther 3,16). Du als einzelner Gläubiger, aber vor allem wir als Gemeinde zusammen – wir sind jetzt dieser Tempel. Gott hat uns erwählt als heiligen Ort, an dem er wohnen will.
Das bedeutet konkret: Wie der alte Tempel abgegrenzt war von allem Unreinen, so sollen auch wir uns von der Sünde dieser Welt abgrenzen. Gott klagt sein Volk an in Jeremia 7: Ihr unterdrückt einander, lauft fremden Göttern nach, mordet, brecht die Ehe – und dann kommt ihr in meinen Tempel und meint, hier könne euch nichts geschehen? Heiligung ist kein religiöses Ritual, sondern die Reinigung deines Herzens. Ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen (Hebräer 12,14).
Die Welt will Jesus sehen – in dir, in mir, in uns als Gemeinde. Nicht durch einen Heiligenschein, sondern durch das Strahlen in unseren Augen, durch offene Herzen und ein Leben im Frieden mit anderen. Wir sind auf dem Fundament der Apostel und Propheten gebaut, mit Jesus Christus als Eckstein. Egal welche Stürme kommen – er ist mit uns bis ans Ende der Welt.
