Geistesgaben - Leitung, Verwaltung, Geisterunterscheidung und Glauben
Jede Gemeinde braucht Menschen, die vorangehen, organisieren, unterscheiden und glauben – auch wenn diese Gaben weniger spektakulär erscheinen als Heilung oder Prophetie. Ohne Leitung versinkt eine Gemeinschaft im Chaos, ohne Verwaltung entstehen Konflikte, ohne Geisterunterscheidung schleichen sich falsche Lehren ein, und ohne Glauben bewegt sich nichts. Diese vier Geistesgaben bilden das unsichtbare Rückgrat einer lebendigen Gemeinde. Heute schauen wir uns an, wie Gott Menschen mit diesen besonderen Fähigkeiten ausrüstet und was das für unser Gemeindeleben bedeutet.
Da ist zunächst die Gabe der Leitung. Denk an Mose: 40 Jahre als General ausgebildet, dann 40 Jahre Schafe hüten in der Wüste. Als Gott ihn ruft, sein Volk zu führen, will er nicht. "Ich kann nicht reden", sagt er. Doch Gott besteht darauf. Und dann sitzt Mose da, von morgens bis abends, und versucht, zwei Millionen Menschen allein zu richten – bis sein Schwiegervater Jethro kommt und sagt: "Mose, so geht das nicht. Du machst dich kaputt und das Volk auch." Was für ein Rat folgt! Suche dir redliche, gottesfürchtige, wahrhaftige Menschen, die dem Geiz feind sind. Organisiere das Volk. Ein echter Leiter muss sich auch beraten lassen können.
Eng damit verbunden ist die Gabe der Verwaltung – der Haushalter, der den Überblick behält, der sieht, wo was fehlt, und die richtigen Menschen für die richtigen Aufgaben findet. Nicht jemand, der alles selbst macht, sondern der organisiert und koordiniert. Jesus warnt eindringlich vor dem untreuen Verwalter, der seine Position missbraucht – das Urteil ist erschreckend hart.
Dann wird es noch tiefgründiger: die Gabe der Geisterunterscheidung. Erinnerst du dich, wie Petrus zu Jesus sagte: "Das widerfahre dir nicht!"? Was antwortet Jesus? "Satan, weiche von mir!" Jesus sah sofort, wer hinter Petrus' gut gemeinten Worten steckte. Der Teufel kommt oft als Engel des Lichts verkleidet. Wie oft werden wir an der Nase herumgeführt, weil wir nicht erkennen, was wirklich dahintersteckt? In Seelsorgegesprächen, in Konflikten, in scheinbar frommen Ratschlägen – wir brauchen Menschen, die hinter die Fassade schauen können.
Und schließlich: die Gabe des Glaubens. Moment mal – ist Glaube nicht für jeden Christen notwendig? Ja! Aber in 1. Korinther 12,9 wird er als besondere Geistesgabe genannt. Es geht um einen Glauben, der Berge versetzt – nicht den Mount Everest physisch, sondern die Berge in unserem Leben. Jesus sagt seinen Jüngern: "Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn..." Haben wir diesen Glauben? Oder bereiten wir uns schon Fluchtwege vor: "Wenn Gott will... vielleicht... aber..."?
Die Frage ist nicht, ob wir sie brauchen – sondern ob wir bereit sind, darum zu beten, dass Gott sie in unserer Mitte schenkt.
