Geistesgaben - Heilung, Wundertaten, Zungenrede und Auslegung der Zungenrede
Die Geistesgaben spalten die Christenheit wie kaum ein anderes Thema. Während die einen jedes übernatürliche Wirken Gottes für die Vergangenheit erklären, erwarten andere täglich Wunder, Heilungen und prophetische Offenbarungen. Doch was sagt die Bibel wirklich über diese besonderen Gaben des Heiligen Geistes? Heute wollen wir uns den vier Gaben widmen, die besonders viele Fragen aufwerfen: Heilung, Wundertaten, Zungenrede und deren Auslegung.
Stell dir vor, du stehst vor dem Roten Meer wie Mose – im Rücken die Feinde, vor dir das unmögliche Hindernis. Genau in solchen Momenten, wenn keine menschliche Lösung mehr möglich ist, greift Gott ein. Ein Wunder ist nichts anderes als etwas, das über deine Kraft hinausgeht, etwas Übernatürliches, das deine Vernunft übersteigt. Und ja, Gott tut heute noch Wunder – gerade in muslimischen Ländern kommen Menschen durch Träume und übernatürliche Erscheinungen zum Glauben, obwohl sie dafür alles riskieren.
Aber hier wird es spannend: Die Bibel zeigt uns in 1. Korinther 12, dass es verschiedene Geistesgaben gibt – Heilung, Wundertaten, Zungenrede und deren Auslegung. Doch nicht jede Krankheit wird geheilt, nicht jedes Gebet sofort erhört. Hiob war gerecht und litt trotzdem. Manchmal kommt Krankheit als Strafe, manchmal vom Teufel, manchmal einfach durch unsere zerstörte Umwelt. Die entscheidende Frage ist: Wohin wendest du dich zuerst? Jakobus gibt eine klare Anweisung: Bist du krank, rufe die Ältesten und lass über dich beten. Aber – und das ist wichtig – verachte dabei nicht den Arzt, denn auch er hat seine Weisheit von Gott. Es geht nicht um ein Entweder-Oder, sondern um die richtige Reihenfolge: Erst zu Gott, dann den Weg gehen, den er zeigt.
Was aber ist mit den spektakulären Gaben? Jesus versprach seinen Jüngern, dass sie sogar größere Werke tun würden als er. Doch hier liegt die Gefahr: Heute operieren viele mit Wundern und Zeichen, die sich später als Scharlatane entpuppen. Jesus warnte, dass in den letzten Tagen viele in seinem Namen Wunder tun würden – als falsche Propheten. An ihren Früchten wirst du sie erkennen, und Früchte brauchen Zeit zum Wachsen.
Die Zungenrede ist vielleicht die umstrittenste Gabe. Doch wenn du genau hinschaust, unterscheidet die Bibel zwischen dem Reden in fremden Sprachen (wie zu Pfingsten, als jeder die Apostel in seiner Muttersprache verstand) und dem persönlichen Zungengebet. Paulus selbst warnt: Lieber fünf verständliche Worte als tausend unverständliche. Wer in Zungen redet, erbaut sich selbst – wer aber prophetisch redet, erbaut die Gemeinde.
Hier ist der Kern: Es geht nicht darum, besonders geistlich zu wirken oder spektakuläre Erfahrungen zu sammeln. Es geht darum, dass Gott verherrlicht wird – nicht du, nicht deine Gemeinde, sondern er allein. Wenn du dem Heiligen Geist wirklich Raum gibst, ohne ihm vorzuschreiben, wie er wirken soll, dann wird er dich gebrauchen. Vielleicht ganz anders, als du es dir vorgestellt hast, aber auf eine Weise, die wirklich zählt.
Die Frage ist nicht, ob du Wunder erleben willst – natürlich willst du das. Die Frage ist: Bist du bereit, dich wie Jesus zu verhalten, zu dienen statt zu herrschen, dich selbst zu verleugnen und in seinem Auftrag zu gehen?
