Geistesgaben - Dienen, Geben und Barmherzigkeit
Geben, Dienen und Barmherzigkeit sind mehr als nur gute Taten – sie sind Geschenke Gottes an uns. Während wir oft denken, dass wir uns diese Eigenschaften mühsam aneignen müssen, offenbart uns die Bibel eine überraschende Wahrheit: Diese Fähigkeiten sind Geistesgaben, die Gott bereits in uns hineingelegt hat. Stell dir einen Töpfer vor, der einen Klumpen Ton nimmt und daraus ein wunderschönes Gefäß formt. Genau so hat Gott dich geschaffen – mit einem ganz bestimmten Zweck. In Epheser 2,10 steht, dass wir sein Werk sind, geschaffen zu guten Werken. Aber hier ist der entscheidende Punkt: Gott hat diese guten Werke bereits vorbereitet, bevor du überhaupt geboren wurdest.
Doch warum sehen wir dann so viel Gehässigkeit und Böses in der Welt? Die Antwort liegt in unserer Verbindung zur Quelle. Jesus sagt in Johannes 15: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben." Wenn eine Rebe am Weinstock bleibt, fließt der Saft automatisch durch sie hindurch – sie muss sich nicht anstrengen, Frucht zu bringen. Aber wir Menschen haben einen Dickkopf. Wir können uns entscheiden: Bleiben wir an dieser Quelle angeschlossen, oder versuchen wir, aus eigener Kraft etwas Gutes zu produzieren?
Die Bibel spricht von verschiedenen Dienstgaben, die Gott uns schenkt. Da ist die Gabe des Dienens – Menschen wie Phöbe in Römer 16, die vielen beigestanden hat. Oder die Gabe des Helfens, wie Tertius, der für Paulus die Briefe schrieb und ihm damit den Rücken freihielt. Dann gibt es die Gabe des Gebens – kennst du Menschen, die einfach nicht anders können, als zu geben? Die Bibel sagt: "Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten."
Und schließlich die Gabe der Barmherzigkeit. Erinnerst du dich an den barmherzigen Samariter? Er hätte den Verletzten waschen, ihm Wein geben und ins nächste Krankenhaus bringen können – das wäre doch genug gewesen, oder? Aber nein, er bezahlte auch noch die Herberge und bot an, bei seiner Rückkehr weitere Kosten zu übernehmen. Jakobus 2,13 warnt eindringlich: "Es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat."
Hier liegt eine unbequeme Wahrheit: In unserem Wohlstand haben wir verlernt, wirklich barmherzig zu sein. Wir geben vielleicht ein Almosen, aber echte Barmherzigkeit? Die verlangt mehr. Sie verlangt, dass sich unser Innerstes verändert, dass wir die Gesinnung Jesu bekommen – der kam, um zu dienen, nicht um bedient zu werden.
Vielleicht fragst du dich jetzt: "Aber ich kann doch nicht der ganzen Welt helfen!" Stimmt. Gott verlangt das auch nicht von dir. Aber er möchte deine Einstellung verändern. Wenn du am Weinstock bleibst, wenn dieser Saft durch dich fließt, dann wird Dienen keine Last mehr sein, sondern Freude. Dann lebst du nicht mehr für dich selbst, sondern sammelst Schätze, die ewig bleiben – Schätze, die weder Motten noch Rost fressen können.
Die Frage ist nicht, ob du begabt bist zu dienen. Die Frage ist: Lebst du in dieser Begabung?
