Epheser 5,21 beginnt mit einem Aufruf, der oft überlesen wird: "Ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes." Bevor Paulus über Ehe, Familie oder Arbeitsverhältnisse spricht, stellt er eines klar – es geht um gegenseitige Unterordnung, die in der Beziehung zu Christus wurzelt.
Wir leben in einer Gesellschaft, die Unterordnung als Schwäche betrachtet. Gleichzeitig erleben wir täglich Machtmissbrauch, Ausbeutung und Respektlosigkeit. Menschen werden wie Handelsware behandelt, während Tiere oft mehr Schutz genießen. Doch Gottes Maßstäbe sind anders. Er sieht in dir ein geliebtes Kind, nicht eine Nummer oder ein Werkzeug.
Die Unterordnung beginnt bei Christus. Er ist das Haupt der Gemeinde, ihr Retter und Erlöser. Wenn du verstehst, dass Christus für dich gestorben ist, um die Gemeinde zu reinigen und zu heiligen, verändert das deine Perspektive. Dein Leben soll von dieser Liebe geprägt sein – in der Gemeinde, in der Ehe, in der Familie und am Arbeitsplatz.
Für die Ehe bedeutet das: Männer sollen ihre Frauen lieben wie Christus die Gemeinde liebt – selbstaufopfernd, fürsorglich, hingebungsvoll. Nicht als Tyrann, der auf den Tisch schlägt, sondern als jemand, der Verantwortung trägt und seine Frau wertschätzt. Wenn ein Mann seine Frau so liebt wie sich selbst, wird es für sie leicht, ihm mit Respekt zu begegnen. Die vier Säulen der Gemeinschaft – Liebe, Respekt, Achtung und Wertschätzung – müssen das Fundament bilden.
Kinder sollen ihren Eltern gehorchen, denn das ist das erste Gebot mit einer Verheißung. Doch Väter sollen ihre Kinder nicht zum Zorn reizen, sondern sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn erziehen. Denk daran, wie Gott dich erzogen hat – mit Geduld, Liebe und Nachsicht, nicht mit der Keule. So sollst auch du deine Kinder erziehen, ihnen Grenzen setzen, aber in Liebe.
Am Arbeitsplatz gilt dasselbe Prinzip. Du dienst letztlich nicht Menschen, sondern dem Herrn. Deine Arbeit soll gewissenhaft sein, nicht als Augenwischerei. Und Arbeitgeber sollen ihre Mitarbeiter nach denselben Grundsätzen behandeln, denn vor Gott gibt es kein Ansehen der Person.
Unterordnung bedeutet nicht, ein Waschlappen zu sein oder sich dem Bösen zu beugen. Du bist ein Kind des Höchsten, ein Botschafter Christi. Du hast Würde. Aber diese Würde zeigt sich gerade darin, dass du anderen mit Respekt begegnest, dass du dienst aus Liebe, dass du deine Stellung in Christus kennst und nicht ständig um Anerkennung kämpfen musst. Wo du erkannt hast, dass du ein geliebtes Kind Gottes bist, kannst du deine Stellung in Würde ausleben – ohne Minderwertigkeitskomplexe, aber auch ohne Machtgehabe.
