Gott umgibt dich von allen Seiten – das ist die zentrale Botschaft aus Psalm 139, die David so fasziniert hat, dass er ausruft: "Solche Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen!" Wenn wir am Jahresende stehen und Menschen sich einen "guten Rutsch" wünschen, wird uns bewusst: Wir rutschen tatsächlich in etwas Unbekanntes hinein. Niemand weiß, was das neue Jahr bringen wird.
Vielleicht hast du deinen Kalender schon mit Terminen gefüllt – aber bist du sicher, dass du all diese Termine auch erleben wirst? Jakobus 4 erinnert uns daran, dass unser Leben wie ein Dampf ist, der kurz erscheint und dann verschwindet. Das Leben ist nicht so sicher, wie wir oft meinen. Doch bei aller Unsicherheit gibt es eine absolute Gewissheit: Gott ist treu und verlässt seine Nachfolger nicht.
Diese Allgegenwart Gottes mag zunächst bedrohlich klingen – es gibt keinen Ort, keine Situation, wo du dich vor Gott verstecken könntest. Aber genau darin liegt eine wunderbare Geborgenheit. Jeder Mensch trägt die Sehnsucht in sich, verstanden zu werden. Wir öffnen uns anderen Menschen, doch niemand kann wirklich nachfühlen, was uns ganz tief im Herzen bewegt – außer Gott. Er durchbricht unsere Einsamkeit. Wenn die ganze Welt dich nicht versteht, darfst du wissen: Gott versteht dich.
In Krankheit, Schmerzen, Depressionen oder dunklen Zeiten – Gott ist da. Wie David sagt: "Auch Finsternis ist nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag." Deine Dunkelheit ist für Gott nicht dunkel. Er behält die Übersicht über deinen Zustand.
Diese Gegenwart Gottes ist aber auch ein Schutz vor Sünde. Josef ist dafür ein starkes Beispiel. Als ihn Potiphars Frau verführen wollte, fragte er: "Wie sollte ich ein solch großes Übel tun und wider Gott sündigen?" Das Wissen, dass Gott uns sieht, bewahrt uns vor Fehltritten – ob beim Streit mit dem Nachbarn oder bei Versuchungen im Internet.
David endet seinen Psalm nicht mit Selbstsicherheit, sondern mit einer ehrlichen Bitte: "Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz. Prüfe mich und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege." Er weiß um seine eigenen Unzulänglichkeiten und seine Abhängigkeit von Gottes Hilfe.
Mit Gott musst du nicht ungewiss ins neue Jahr rutschen. Mit ihm kannst du gewiss und geborgen hineingehen – umgeben von allen Seiten, gehalten in seiner Hand.
