Jesus hat dem Petrus einmal gesagt, er solle am helllichten Tag seine Netze auswerfen – genau dann, wenn jeder Fischer weiß, dass man nachts fischt. Petrus gehorchte, obwohl es keinen Sinn ergab. Und er fing so viele Fische, dass die Netze fast rissen. Genau dieses Prinzip zeigt sich auch in der Geschichte von Jericho: Gottes Ziele werden auf Gottes Wegen erreicht.
Das Volk Israel stand vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe. Nach 40 Jahren Wüstenwanderung sollten sie das verheißene Land einnehmen – und ausgerechnet Jericho versperrte ihnen den Weg. Diese Stadt war eine Festung mit zwei massiven Mauern: Die äußere 8 Meter hoch und 2 Meter breit, die innere sogar noch dicker. Uneinnehmbar. Und dann kam Gottes Kampfstrategie: Sechs Tage lang sollten sie schweigend um die Stadt ziehen, am siebten Tag siebenmal. Keine Belagerungsgeräte, keine Kriegslist – nur Gehorsam.
Josua, der neue Führer nach Moses Tod, stand unter enormem Druck. Er war kein junger Held, sondern bereits um die 70 Jahre alt. Seine größte Stärke war nicht militärisches Genie oder Bildung – es war sein kompromissloser Gehorsam gegenüber Gott. Er diskutierte nicht, er tat einfach. Und das Volk folgte ihm, ohne zu murren.
In Hebräer 11,30 steht: "Durch den Glauben fielen die Mauern Jerichos." Das Blasen der Posaunen war eine vorweggenommene Siegesverkündigung. Israel glaubte an das Unsichtbare, an Gottes Versprechen, bevor sie den Sieg sehen konnten. Bevor sie in den Kampf zogen, erneuerten sie ihren Bund mit Gott – sie feierten das Passah und reinigten alles, was zwischen ihnen und Gott stand.
Die entscheidende Frage lautet: Was ist dein Jericho? Welche unüberwindbare Festung steht in deinem Leben? Vielleicht ist es eine Charaktereigenschaft wie Stolz oder Geiz. Vielleicht ein schwieriger Kollege oder eine zerbrochene Beziehung. Vielleicht unreine Gedanken oder eine tiefe Verzweiflung. Wo deine Hoffnung am Ende ist, da fängt Gott an. Gott möchte dein bruchstückhaftes Leben wieder in Ordnung bringen – durch Gehorsam, Glauben und einen erneuerten Bund mit ihm.
