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Familie - im Umgang miteinander

Samstag, 20. Juni 2015
35 Minuten

Familie - im Umgang miteinander

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Paulus schreibt in Kolosser 3,20-21 zwei kurze, aber kraftvolle Sätze über Familie: "Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen, denn das ist dem Herrn wohlgefällig. Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht, damit sie nicht scheu werden." Nur zwei Verse – und doch steckt darin eine tiefe Weisheit für das Zusammenleben in der Familie.

Wenn Paulus die Kinder direkt anspricht, meint er nicht die Kleinsten, sondern bereits ältere Kinder, die bewusst Jesus nachfolgen. Sie sollen sich nicht von den Verhaltensweisen der Gesellschaft prägen lassen. Schon Sokrates klagte vor 2400 Jahren: "Die Jugend liebt den Luxus, hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität und tyrannisiert ihre Lehrer." Klingt aktuell, oder? Der Gehorsam gegenüber den Eltern ist kein Selbstzweck – er ist dem Herrn wohlgefällig. Warum freut sich Gott darüber? Weil es ein kraftvolles Zeugnis ist. Menschen werden staunen, wenn sie sehen, dass Kinder nicht unter Gewaltandrohung gehorchen, sondern freiwillig und aus Überzeugung. Das zeigt die verwandelnde Kraft des Evangeliums.

Dieser Gehorsam ist mit dem fünften Gebot verbunden: "Ehre Vater und Mutter" (Epheser 6). Interessanterweise ist dies das erste Gebot mit einem Versprechen: "Dann wird es dir gut gehen und du wirst lange auf dieser Erde leben." Die Ehrung der Eltern endet nicht, wenn du ausziehst oder eine eigene Familie gründest.

Doch Paulus spricht auch die Väter an – und nur die Väter. Warum? Weil Männer in jeder Kultur zur autoritären Erziehung neigten, während Mütter zu allen Zeiten beziehungsorientierter erzogen haben. Väter sollen ihre Kinder nicht überfordern, nicht provozieren, nicht mutlos machen. Unser Vorbild? Gott selbst! Psalm 103,8 beschreibt ihn: "Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte."

Drei Grundüberzeugungen sind entscheidend: Erstens, jedes Kind ist eine einzigartige Persönlichkeit – wie ein Weinbauer kannst du die Rebe pflegen, aber nicht die Traubensorte ändern. Zweitens, Kinder orientieren sich an Vorbildern – dein Leben spricht lauter als deine Worte. Drittens, Kinder brauchen bedingungslose Liebe, nicht Liebe, die sie sich erst verdienen müssen.

Wenn dir die Weisheit fehlt, darfst du Gott bitten. Jakobus 1,5 verspricht: "Gott gibt allen gern und macht dem, der ihn bittet, keine Vorhaltungen."

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