Jesus spricht zu seinen Jüngern in einer der dunkelsten Stunden ihres Lebens: "Euer Herz erschrecke nicht." Diese Worte aus Johannes 14,1-14 fallen in dem Moment, als Judas sich bereits auf den Weg gemacht hat, Jesus zu verraten. Nur wenige Stunden trennen die Jünger noch von der Gefangennahme und dem Tod Jesu am Kreuz. Petrus hat gerade erfahren, dass er Jesus dreimal verleugnen wird, bevor der Hahn kräht – eine Wahrheit, die ihn am Boden zerstört haben muss.
In dieser Situation wirft Jesus seinen Jüngern ein Rettungsseil des Glaubens zu: "In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten." Doch die Jünger verstehen nicht. Thomas fragt ratlos: "Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst. Wie können wir den Weg wissen?" Philippus bittet: "Zeige uns den Vater, und es genügt uns."
Aus diesen ehrlichen Fragen heraus spricht Jesus eines der kraftvollsten Worte der Bibel: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich." Jesus sagt nicht, dass er einen Weg zeigt oder Wahrheit lehrt – er IST der Weg, er IST die Wahrheit, er IST das Leben. Das ist der entscheidende Unterschied.
Du kannst den Weg zu Gott nicht aus eigener Kraft gehen. Aber Jesus geht nicht nur voraus und lässt dich dann allein – er geht als Wegbegleiter mit dir. Er stärkt dich auf diesem Weg. Martin Luther erkannte: "Ich kann nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus glauben oder zu ihm kommen, sondern der Heilige Geist hat mich mit seinen Gaben erleuchtet."
Wer an Jesus glaubt, hat keine Versicherung gegen Schreckmomente abgeschlossen. Schwierigkeiten, Niederlagen und Rückschläge gehören zum Leben. Aber Jesus verspricht nicht nur eine bleibende Wohnung im Vaterhaus – er sagt auch: "Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun." Und noch erstaunlicher: "Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und er wird noch größere als diese tun."
In einer Zeit, in der viele Wege und viele Wahrheiten verkündet werden, bleibt diese Botschaft klar: An Jesus kommt niemand vorbei. Sein Abschiedswort an die Jünger gilt auch dir: "Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht."
