Gott gab Abraham ein klares Gebot: "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben." Nicht einen anderen Gott – sondern keine anderen Götter. Mehrere. Denn die Gefahr ist real, dass sich viele Dinge in unser Leben einschleichen, die Gottes Platz einnehmen.
Heute beten wir keine Holzfiguren an. Unsere Götzen sind subtiler, respektabler, gesellschaftlich anerkannt. Vielleicht ist es deine Familie, die dir wichtiger wird als Gott. Oder dein Beruf, der Wunsch nach Wertschätzung, nach Sicherheit und Komfort. Vielleicht strebst du nach Schönheit, Bildung oder verfolgst soziale Anliegen so intensiv, dass Gott auf die zweite Stelle rückt. Manchmal ist es sogar die Einhaltung moralischer Wertmaßstäbe, die dir wichtiger wird als Gottes Wort selbst.
Das Fiese an diesen Götzen: Je respektabler und angesehener sie sind, desto leichter rechtfertigen wir sie. Es sind oft die Dinge, für die andere uns bewundern, die uns von Gott trennen.
Abraham wartete ein Leben lang auf einen Sohn – sein größter Wunsch, seine ganze Hoffnung. Als Gott ihm Isaak schenkte, war dieser Traum endlich erfüllt. Doch dann kam Gottes schockierender Befehl: "Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und opfere ihn mir." Keine Diskussion. Abraham stand morgens auf und ging. Drei Tage wanderte er auf diesen Berg, drei Tage mit seinen Gedanken, seinen Zweifeln, seinen Fragen.
Das Schlimmste, was Abraham passieren konnte, war, dass sein größter Wunsch in Erfüllung ging – weil Isaak Gottes Platz einnahm. Gott musste wieder an die erste Stelle. Erst als Abraham bereit war, seinen Sohn loszulassen, griff Gott ein.
Vielleicht verfolgst du heute Ziele, in die du alles investierst: Zeit, Geld, Energie. Das Schlimmste könnte sein, dass du sie erreichst – weil sie dann zu deinem Isaak werden, weil du deinen Frieden nicht mehr aus Gott beziehst, sondern aus diesen Dingen. Wenn dein Glück, deine Zufriedenheit, deine ganze Zukunft davon abhängt, ist es ein Götze.
Ein guter Indikator: Wenn du ruhelos, rastlos, unausgeglichen bist wegen Dingen, die nicht gelingen. Wenn du nicht traurig, sondern verzweifelt bist, wenn etwas schiefgeht. Dann lässt du dich von einem Götzen kommandieren.
Es reicht nicht, den Götzen zu kennen. Er muss weg. Und das ist wie eine Bergwanderung – anstrengend, steil, mühsam. Irgendwann fragst du dich: Warum tue ich mir das an? Genau dann hast du ihn gefunden. Gott ist bereit, dir die Kraft zu geben, diesen Götzen wegzuräumen. Denn was uns beherrscht, ist unser Herr.
