Paulus verkündet im Epheserbrief eine revolutionäre Wahrheit: "Ihr seid nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen!" Diese Worte beschreiben den dramatischen Wandel vom Außenseiter zum Familienmitglied Gottes. Doch wie wird aus einem jahrelangen Gast ein echter Hausgenosse? Die Taufe markiert genau diesen entscheidenden Schritt vom Zuschauerplatz hinein in die Familie Gottes.
Wenn du dich taufen lässt, geschieht etwas Gewaltiges. Es ist nicht irgendein religiöses Ritual, sondern ein öffentliches Bekenntnis vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt. Denn wir leben nicht nur in einer materiellen Realität – da ist ein geistlicher Kampf im Gange. Satan, der gefallene Engel, versucht seit dem Sündenfall im Garten Eden, Menschen von Gott zu trennen. Er sitzt vielleicht sogar jetzt irgendwo in einer Ecke und versucht, deine Gedanken gefangen zu nehmen.
Doch in der Taufe bezeugst du: Ich bin nicht mehr unter der Macht der Sünde! Paulus erklärt in Römer 6, dass du aus Satans Machtbereich herausgerissen wurdest und jetzt unter Gottes schützender Hand stehst. Die gleiche Kraft, die Jesus Christus aus dem Grab zum Leben erweckt hat, hat dich vom Tod der Sünde ins neue Leben gebracht – das ist das größte Wunder, das man heute noch erleben kann!
Denk an Jesus selbst am Jordan. Johannes der Täufer war verwirrt: "Ich soll DICH taufen?" Doch Jesus bestand darauf, um uns ein Beispiel des Gehorsams zu geben. Und als er aus dem Wasser kam, öffnete sich der Himmel und Gottes Stimme sprach: "Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe."
Paulus betet in 2. Thessalonicher 1,11-12 für uns: Dass Gott uns hilft, ein Leben zu führen, das dieses Rufes würdig ist. Dass er uns Kraft schenkt, alles Gute zu vollenden, was wir im Glauben tun. Und warum? Damit der Name Jesus geehrt wird – und gleichzeitig auch wir geehrt werden! Gott lässt nie unbelohnt, was wir in seinem Namen tun.
Aber Vorsicht: Die Taufe ist kein magischer Moment, nach dem automatisch alles perfekt läuft. Im Kolosserbrief wird Paulus sehr konkret. Er sagt: "Tötet eure Glieder, die auf Erden sind" – sexuelle Unmoral, Unreinheit, Habsucht. Ist das nicht genau das, womit unsere Gesellschaft uns auf jedem Schritt konfrontiert? Diese Dinge müssen radikal aus deinem Leben verschwinden.
Dann kommt der zweite Schritt: Lege ab wie einen alten Mantel – Zorn, Bosheit, Verleumdung, Lüge. Und schließlich: Zieh das neue Gewand an! Bekleidet euch mit Mitgefühl, Freundlichkeit, Bescheidenheit, Geduld. Vergebt einander, wie auch Christus euch vergeben hat. Und vor allem: Bekleidet euch mit der Liebe – sie ist das Band, das zur vollkommenen Einheit zusammenschließt.
Weißt du, was Paulus am Ende sagt? "Seid überfließend mit Danksagung!" Nicht tröpfchenweise, nicht ausgetrocknet – sondern überfließend! Wenn wir ständig auf die Probleme dieser Welt schauen, vertrocknen wir. Aber wenn Jesus in der Mitte steht, sprudelt das Leben über.
Du bist von Gott geliebt – so sehr, dass er seinen Sohn für dich geopfert hat. Vergiss das nie! Und wenn die ganze Fülle Gottes in der Gemeinde wohnt, wenn wir in Einheit, Liebe und Frieden leben, dann sind wir ein leuchtendes Zeugnis in dieser finsteren Welt. Dann triumphiert Christus über alle Mächte der Finsternis – und du bist Teil dieses Sieges!
