Die drei reichsten Männer der Welt besitzen zusammen mehr als das Bruttoinlandsprodukt ganzer Kontinente – und sind trotzdem nicht glücklicher als der Durchschnitt. Wissenschaftliche Studien belegen, was viele Menschen am eigenen Leib erfahren: Materieller Wohlstand führt ab einem bestimmten Punkt nicht zu mehr Zufriedenheit, sondern oft sogar zu größerer Unruhe. Jesus hatte eine radikale Antwort auf diese menschliche Sehnsucht nach Erfüllung. Er sprach von einem Leben in Fülle, das nichts mit Kontoständen oder Statussymbolen zu tun hat.
In Johannes 10,1-21 zeichnet Jesus ein kraftvolles Bild: Er spricht von Hirten und Schafen, von Dieben und Räubern, von einer Tür und einem Wächter. Damals war der Hirtenberuf kein romantischer Spaziergang auf grünen Wiesen – es war ein harter, gefährlicher Job. Hirten kämpften mit Bären und Löwen, suchten tagelang nach verlorenen Schafen und lebten bei Wind und Wetter draußen. Schafe haben keinen Heimweg-Instinkt, sind verletzungsanfällig und völlig hilflos gegen Raubtiere. Doch die Verbindung zwischen Hirte und Schaf war so eng, dass ein Schaf die Stimme seines Hirten aus hunderten anderen heraushören konnte.
Jesus sagt von sich selbst: "Ich bin die Tür" und "Ich bin der gute Hirte." Was unterscheidet ihn von den religiösen Führern seiner Zeit, die er als Diebe und Räuber bezeichnet? Warum betont er, dass er seine Schafe beim Namen kennt und sie ihm freiwillig folgen? Und wie kann es sein, dass ein Hirte nicht nur sein Leben riskiert, sondern es tatsächlich hingibt – für Schafe?
In Hesekiel 34 wird bereits der Hirte angekündigt, der kommen wird, um die zerstreuten Schafe zu sammeln. Jesus erfüllt diese Verheißung. Er verspricht nicht nur Schutz und Weide, sondern "Leben im Überfluss" – ein Leben, das beträchtlich mehr ist, als wir je erwarten würden. Doch dieser Überfluss hat einen Preis: Jesus musste sterben, damit wir leben können. Nur durch seinen Tod am Kreuz können wir das finden, wonach die ganze Welt vergeblich sucht.
