Paulus steht auf dem Marktplatz in Athen, umgeben von Menschen, die den Gott der Bibel nicht kennen. Er könnte frustriert sein, doch stattdessen knüpft er genau dort an, wo seine Zuhörer stehen: "Den unbekannten Gott, den ihr verehrt, ohne ihn zu kennen – den verkündige ich euch." In Apostelgeschichte 14,17 wird deutlich: Gott hat sich nicht unbezeugt gelassen. Er hat uns vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen mit Speise und Freude erfüllt.
Du bist ein Botschafter für Christus – ist dir das bewusst? 1. Petrus 3,15 fordert dich auf, allezeit bereit zu sein zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in dir ist. Das ist nicht nur ein frommer Wunsch, sondern deine Daseinsberechtigung als Christ. Der Missionsbefehl aus Matthäus 28 gilt nicht nur hauptamtlichen Missionaren, sondern jedem Einzelnen. Die ersten Christen waren ganz normale Menschen – Händler, Handwerker – die auf ihren Reisen von ihrem Glauben erzählten. So kam das Evangelium nach Europa.
Doch wie machst du das konkret? Paulus zeigt den Weg: Er passt seinen Ansatzpunkt an seine Zuhörer an. In der Synagoge argumentiert er aus dem Alten Testament, weil die Juden diese Autorität anerkennen. Doch in Athen, bei Menschen ohne biblischen Hintergrund, beginnt er bei der Schöpfung. Der Inhalt seiner Botschaft bleibt gleich – Buße und Rettung durch Jesus Christus – aber der Einstieg variiert je nach Weltbild seiner Gegenüber.
Viele Menschen in Deutschland meinen heute, die Wissenschaft hätte bewiesen, dass es keinen Gott gibt. Doch der Physiker Arthur Stanley Eddington sagte: "Die moderne Physik führt uns notwendig zu Gott hin und nicht von ihm fort. Keiner der Erfinder des Atheismus war Naturwissenschaftler." Die Schöpfung selbst bezeugt ihren Schöpfer – genau wie Psalm 19 es beschreibt: Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, ihre Reichweite erstreckt sich über die ganze Erde.
Betrachte die Ameise: Sie trägt das 50-fache ihres Körpergewichts – als würdest du ein Auto stemmen. Ameisen machen fast zehn Prozent der gesamten Biomasse der Erde aus und sind lebenswichtig für alle Ökosysteme. Ohne sie würde alles zusammenbrechen. Wie sollte sich so ein perfekt abgestimmtes System zufällig entwickelt haben? Die Erde braucht die Ameisen, die Ameisen brauchen die Erde – beides muss gleichzeitig geschaffen worden sein.
Oder schau dir eine Sonnenblume an: Die Kerne sind in einem hochkomplexen mathematischen Muster angeordnet, immer im exakt gleichen Winkel von 137,5 Grad – dem goldenen Winkel. Diese Präzision findest du in Gänseblümchen, Rosenkohl, Ananas und Pinienzapfen. Zufall? Das erfordert mehr Glauben als die Annahme eines genialen Schöpfers.
Römer 1,20 macht klar: Gottes unsichtbares Wesen wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, sodass Menschen keine Entschuldigung haben. Jedes Naturvolk auf der Welt weiß um einen Schöpfer – nur die moderne westliche Gesellschaft hat sich davon abgewandt. Und diese Abkehr von Gott führt immer zu moralischem Verfall und Leid.
Dein Auftrag ist es, Menschen auf ihren Schöpfer aufmerksam zu machen und ihnen die rettende Botschaft zu bringen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du gerettet werden (Apostelgeschichte 16,31). Beginne dort, wo die Menschen stehen – vielleicht bei der Schöpfung – und führe sie zur Botschaft des Evangeliums. Und wenn du das nächste Mal durch die Natur gehst, öffne deine Augen für die Wunder um dich herum und lobe den großen, genialen Schöpfer, der das alles in seiner Hand hält.
