Eines Sinnes sein, das sagt uns das Wort Gottes.
Die Zeiten ändern sich, aber die Herausforderungen für Christen bleiben. Früher mussten sich Gläubige in Wohnungen treffen, Kinder wurden in der Schule ausgefragt, wer zu Hause betet, und die KGB schüchterte Eltern ein. Heute haben wir Jungschar, Sonntagsschule und Gottesdienstfreiheit – doch eines kehrt zurück: Wer an die Bibel glaubt, wie sie geschrieben steht, wird ins Lächerliche gezogen. Selbst Religionslehrer zeichnen Evolutionstheorien an die Tafel und erklären die Bibel zur Gedichtform.
In dieser Welt voller Widersprüche, in der Menschen zum Mars fliegen können, aber nicht friedlich miteinander leben, ruft uns Philipper 2,1-5 zu etwas Radikalem auf: "Seid eines Sinnes!" Auf den ersten Blick scheint das unmöglich. Wir haben unterschiedliche Bildung, unterschiedliches Alter, unterschiedliche Lebenssituationen – von Schülern über Studenten bis zu Rentnern, von Arbeitern am Band bis zu Selbstständigen. Wie sollen wir da alle eines Sinnes sein?
Der Schlüssel liegt nicht darin, dass alle meines Sinnes sein müssen. Das Problem entsteht, wenn jeder denkt, die anderen müssten seiner Meinung sein. Paulus zeigt einen anderen Weg: "Seid so gesinnt, wie Jesus Christus gesinnt war." Jesus hatte keine Minderwertigkeitskomplexe, kein Geltungsbedürfnis, kein Machtstreben. Er gab alles auf, wurde vom Höchsten zum Schwächsten – ein Baby in einem Stall, geboren in die ärmsten Verhältnisse, vollkommen ausgeliefert. Er war gehorsam bis zum Tod am Kreuz.
Diese Gesinnung beginnt in der Familie. Kinder brauchen nicht nur Ermahnung, sondern Ermutigung. Sie brauchen das Gefühl, geliebt und willkommen zu sein – nicht die Sehnsucht, mit 16 endlich wegzukommen. Wenn du in eine Familie kommst, wo Harmonie herrscht, spürst du Freiheit. Wo Spannung herrscht, fühlst du dich wie im Schraubstock. Genauso ist es in der Gemeinde.
Eines Sinnes sein bedeutet: eine innere Haltung der Liebe, entschlossen zusammenhalten, einander ermutigen statt totschlagen, Gemeinschaft durch den Heiligen Geist pflegen. Das schafft Freude – in der Familie und in der Gemeinde. Nur wenn wir uns auf Jesus Christus ausrichten, werden wir dieser lebendige Organismus, von dem die Bibel spricht: ein Leib, in dem einer den anderen fühlt und spürt.
