Paulus schreibt an die Gemeinde in Philippi – eine Gemeinde, die er lobt und für die er dankt. Sie leben Ermahnung in Christus, Zuspruch der Liebe, Gemeinschaft des Geistes, Herzlichkeit und Erbarmen. Sie unterstützen Paulus finanziell, beten für ihn und nehmen Anteil an seiner Mission. Eine vorbildliche Gemeinde. Und doch warnt Paulus vor einer Gefahr, die von innen droht: der Uneinigkeit.
Wie in einer Fußballmannschaft, wo jeder seine Position kennt und alle gemeinsam auf ein Tor hinarbeiten müssen, so braucht auch die Gemeinde Einheit. Paulus ermahnt sogar zwei Frauen namentlich – Evodia und Syntiche – eines Sinnes zu sein. Denn wenn Parteilichkeit und Lieblosigkeit entstehen, zerbricht die Einheit. Deshalb schreibt er in Philipper 2,2-4: "So macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und auf das eine bedacht seid."
Was bedeutet es, eines Sinnes zu sein? Es heißt nicht, dass du beim Winterurlaub oder bei der Automarke die gleiche Meinung haben musst wie andere. Es bedeutet: Dein Blick soll komplett auf Jesus Christus gerichtet sein. Die Tatsache, dass dir und mir die Schuld vergeben wurde, macht uns eins. Du bist nicht besser als ich, ich nicht besser als du. Wir haben alle dasselbe Ziel.
Paulus spricht von derselben Liebe – jener agape-Liebe, die er dreimal in wenigen Versen erwähnt. Es ist leicht, einen Arbeitskollegen oder Nachbarn zu lieben, der dir nicht zu nahe kommt. Aber wie steht es mit deinem Partner, deiner Familie, deinen Geschwistern in der Gemeinde? Johannes 13,35 sagt, dass alle erkennen sollen, dass wir Jesu Jünger sind, wenn wir Liebe untereinander haben. Ein Leben ohne Liebe zerstört – ein Leben durch Liebe macht Sinn.
Einmütig sein – das griechische Wort bedeutet "gleicher Wille, gleiche Gesinnung". Wie ein Orchester unter der Leitung eines Dirigenten verschiedene Instrumente zu einer Sinfonie vereint, so soll jedes Glied der Gemeinde unter Gottes Leitung zum großen Ganzen beitragen: Gott zu loben und zu ehren. Die ersten Christen in Apostelgeschichte 2,46-47 waren täglich einmütig beieinander, brachen das Brot, lobten Gott – und der Herr fügte täglich Menschen zur Gemeinde hinzu.
In Demut einander höher achten – das ist der Gegensatz zu Hochmut, dem Ursprung vieler Sünden. Ohne Demut kannst du nicht geduldig, nicht barmherzig, nicht sanftmütig sein. Ein demütiger Mensch kennt seine Fehler und Stärken, weiß aber, dass nichts seinen Stolz rechtfertigt. Und er zeigt seine Demut nicht nach außen – das wäre falsche Demut.
Paulus lenkt deinen Blick auf Jesus: Er war in göttlicher Gestalt, hielt es aber nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein. Er entäußerte sich selbst, nahm Knechtsgestalt an, wurde Mensch, erniedrigte sich bis zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott ihn erhöht und ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist. Vor diesem Namen wird sich jedes Knie beugen – jede Intelligenz, jeder Mensch, alle Götzendiener. Wie gut, wenn du dein Knie schon jetzt vor diesem Herrn beugst.
