Gott nimmt das Opfer des einen Bruders an – und das des anderen nicht. In 1. Mose 4,3-5 lesen wir von Kain und Abel, beide bringen Gott ein Erntedankopfer dar. Beide wuchsen im selben Haus auf, unter denselben Bedingungen. Doch der Unterschied liegt im Herzen: Abel wählt das beste Lamm seiner Herde, die besten Stücke – er freut sich, Gott zu geben. Kain dagegen bringt einfach etwas von seiner Ernte. Sein Dank kommt nicht aus einem aufrichtigen Herzen.
Genau hier liegt die Frage, die uns heute beschäftigen sollte: Kommt dein Dankeschön aus einem aufrichtigen Herzen? Wir leben in einer Zeit, in der es den Menschen statistisch gesehen noch nie so gut ging – und dennoch gibt es noch nie so viele unzufriedene Menschen. Wir sind getrieben vom Konsum, von dem Drang nach mehr: das neueste Smartphone, das größere Auto, das bessere Haus. Erlittene Übeltaten meißeln wir in Marmor, empfangene Wohltaten schreiben wir in Sand – ein Windhauch, und sie sind vergessen.
Dabei haben wir so viel Grund zum Danken! Während tausende Menschen ihre Häuser durch Überschwemmungen verloren, wurden wir verschont. Während andere aus ihren Städten vertrieben werden, leben wir in Frieden. Während viele hungern, haben wir mehr als genug. Im Buch Sirach 35,10-13 heißt es: "Ehre den Herrn durch großzügige Opfergaben. Bring ihm alle deine Gaben mit einem fröhlichen Gesicht. Gib Gott dem Höchsten, so wie er dir gegeben hat – der Herr wird es dir siebenfach zurückgeben."
Die Israeliten feierten das Laubhüttenfest sieben Tage lang. Sie pilgerten von weit her nach Jerusalem, sangen Dankpsalmen auf dem Weg, bauten Laubhütten und feierten ausgelassen die Ernte. David schrieb über 50 Psalmen voller Dank: "Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen!"
Wenn wir einmal beim großen Abendmahl des Herrn stehen, mit welchen Früchten werden wir vor Gott erscheinen? Mit einem kleinen Körbchen, weil wir knauserig waren? Oder mit einem überfließenden Korb, weil wir gelernt haben, großzügig und dankbar zu sein? Wer kärglich sät, wird kärglich ernten. Lasst uns einfach dankbar sein – mit einem aufrichtigen Herzen.
