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Dient einander

Sonntag, 2. September 2018
37 Minuten

Dient einander

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Jesus Christus hat uns wiedergeboren und ein neues Leben geschenkt – das ist die Grundlage für alles, was folgt. Ohne diese Wiedergeburt, ohne eine erneuerte Denkweise, die von Gott kommt, ist christliches Leben nur mühsam. Mit Christus aber bekommt es einen tiefen Sinn, auch wenn es manchmal herausfordernd bleibt.

In unserer Gesellschaft ist es heute problemlos möglich, allein zu leben. Das Sozialsystem funktioniert, die Unterhaltungsmöglichkeiten in den eigenen vier Wänden sind gigantisch. Die Folge: Zwischenmenschliche Beziehungen werden niedriger bewertet – und das hat auch Einfluss auf uns als Christen. Deshalb ist die Aufforderung aus 1. Petrus 4,9-11 so wichtig: "Seid gegeneinander gastfreundlich, ohne Murren. Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat."

Gastfreundschaft bedeutet mehr als nur Familie und enge Freunde einzuladen. Es geht darum, allen Gläubigen diese Liebe anzubieten – auch denen, die vielleicht keine funktionierende Familie oder keinen festen Freundeskreis haben. Wenn du alle zwei Monate einen neuen Menschen einlädst, sind das in fünf Jahren dreißig neue Beziehungen. Fünf Jahre klingen lang, aber sie vergehen schnell. Die Integrationsquote in deiner Gemeinde würde durch die Decke gehen.

Dabei muss es nicht kompliziert sein: Ein Kuchen am Sonntagnachmittag, ein Gericht, das du schon zehnmal gekocht hast. Wenn jemand zu dir sagt "Ich möchte dich einladen", dann sagt er damit: "Ich möchte Zeit mit dir verbringen. Ich habe Interesse an deinem Leben. Ich bereite mich extra für dich vor." Das transportiert unglaublich viel Liebe.

Gott hat dir Fähigkeiten gegeben – Gnadengaben, mit denen du anderen dienen sollst. Diese Gaben sind vielfältig: Sprachengaben, Dienstgaben, Zeichengaben. Es ist ein intuitives Können, etwas, das dir Freude bereitet und bei dem du erfolgreicher bist als andere. Wenn du diese Gaben in Liebe einsetzt, geht das runter wie Öl. Aber ohne Liebe? Paulus macht es deutlich in 1. Korinther 13: Selbst wenn du alle Gaben perfekt auslebst, aber keine Liebe hast – du bist nichts.

Diese Gaben sind nicht auf das Gemeindehaus beschränkt. Du verbringst vielleicht zwei Stunden pro Woche dort – das sind 1,2 Prozent deiner Woche. Wenn jemand die Gabe des Gebens hat und einem anderen hilft, wenn jemand die Gabe der Seelsorge hat und zwei Stunden zuhört, wenn jemand die Gabe des Dienens hat und bei der Renovierung hilft – das ist in Gottes Augen genauso wertvoll wie jeder sichtbare Dienst in der Gemeinde.

Das Ziel von allem ist klar: "Damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus." Nur durch ihn kannst du diesen Aufforderungen nachkommen. Nur durch die Wiedergeburt, durch das neue Leben in Christus, bist du in der Lage, das alles gerne zu tun. Galater 2,20 bringt es auf den Punkt: "Nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir." Halte den Christus in dir hoch, höre auf die Impulse des Heiligen Geistes, bleibe emotional in der Gemeinde – denn wenn du dich von der Gemeinde distanzierst, distanzierst du dich auch von Christus.

Lieben ohne dabei aus Jesus zu schöpfen ist ein Kampf, den du auf lange Sicht verlieren wirst. Mit ihm aber wird es gut, fröhlich und sinnvoll.

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