Jesus hat alles verlassen, um dir zu dienen. Er verließ den Thron im Himmel, seine Komfortzone, um als Schöpfer unter sein eigenes Geschöpf zu kommen. In Markus 10,45 sagt er selbst: "Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele." Seine Antriebskraft war die Liebe Gottes zu den Menschen – bedingungslos und ohne Vorbehalte.
Doch wie sieht es bei uns aus? Als Jakobus und Johannes Jesus baten, in seiner Herrlichkeit zur Rechten und Linken sitzen zu dürfen, wollten sie herrschen, angesehen sein, Macht haben. Jesus dreht ihre Erwartung komplett um: "Wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener. Und wer von euch der Erste werden will, der sei aller Knecht." Er rügt nicht ihren Wunsch, im Reich Gottes groß zu sein – aber ihre Einstellung dazu.
Die Geschichte vom verlorenen Sohn in Lukas 15 zeigt beide Extreme: Der jüngere Sohn verlässt das Vaterhaus, verprasst sein Erbe und landet bei den Schweinen. Dort kommt er zur Besinnung: "Ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir." Die eigentliche Sünde war nicht nur sein Lebenswandel, sondern dass er sagte: "Ich brauche meinen Vater nicht mehr." Doch als er zurückkehrt, empfängt ihn der Vater mit offenen Armen, gibt ihm das beste Gewand und schlachtet das gemästete Kalb – ein Bild für Jesus, der sein Blut für unsere Vergebung gab.
Der ältere Bruder dagegen war immer da, hat treu gedient – aber die Freude am Dienst verloren. Er nimmt alles als selbstverständlich, kann sich nicht mitfreuen über die Rettung seines Bruders. Beiden gilt die Einladung des Vaters: Komm, feiere mit uns!
Du bist zur Freiheit berufen – aber gebrauche diese Freiheit nicht als Vorwand für Selbstsucht, sondern diene einander in Liebe (Galater 5,13). Heute leiden weltweit 100 Millionen Christen Verfolgung, täglich werden Geschwister getötet. Wir leben auf einer Insel der Seligen. Nutzen wir diese Zeit zum Gebet, zum Dienst, zur Fürbitte? Oder sind wir Konsumenten geworden, die von Gemeinde zu Gemeinde wandern und fragen: "Was bekomme ich hier?"
- Petrus 4,10 ruft dich auf: "Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat." Nicht irgendwann – heute. Nicht wenn es passt – bedingungslos. Die Gemeinde Jesu braucht keine Zuschauer, sondern Diener. Welche Dankbarkeit hast du Gott gegenüber, dass er dich als sündigen Menschen angenommen hat? Diese Dankbarkeit sollte in treuen Dienst münden – dort, wo du bist, ohne ständig nach etwas Besserem zu suchen.
