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Die Welt zu Gast bei Freunden

Samstag, 24. März 2012
38 Minuten

Die Welt zu Gast bei Freunden

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Die erste christliche Gemeinde in Jerusalem besaß kein Versammlungshaus. Ihre Treffen fanden in Privathäusern statt, und das Zuhause war das Zentrum für Anbetung, Lehre und Evangelisation. In Apostelgeschichte 2,42 lesen wir, dass sie beständig blieben in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet. Besonders bemerkenswert ist Vers 46: Sie waren täglich einmütig beieinander und brachen das Brot hier und dort in den Häusern. Diese herzliche Beziehung revolutionierte die damalige Gesellschaft.

Vielleicht kennst du das Gefühl: Du kommst sonntags zum Gottesdienst, betrachtest die Hinterköpfe deiner Geschwister und gehst wieder nach Hause. Aber echte Gemeinschaft entsteht nicht durch eine Stunde am Sonntag. Wenn wir die familiäre Beziehung erreichen wollen, die die erste Gemeinde auszeichnete, müssen wir unsere Häuser öffnen. Paulus fordert uns in Römer 12,13 auf: "Übt Gastfreundschaft." Das Wort "üben" zeigt, dass es Anstrengung kostet – es ist wie eine Gewohnheit einschleifen.

Gastfreundschaft ist keine abstrakte Liebe in Worten, sondern Liebe in Aktion. Sie ist greifbar und konkret. Jesus selbst sagt in Matthäus 25: "Was ihr einem unter diesen Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan." Wenn du jemanden einlädst, tust du so, als hättest du Jesus persönlich eingeladen. Der Hebräerbrief erinnert uns daran, dass einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt haben – du lädst dir Segen ins Haus ein, wenn du deine Türen öffnest.

Doch seien wir ehrlich: Unsere Welt denkt anders. "Ich habe wenig Zeit, ich muss mich am Wochenende erholen" – das ist das Denken dieser Zeit. Jesus warnt, dass in den letzten Tagen die Liebe in vielen erkalten wird. Aber auf dich als Christ sollte dieses Wort nicht zutreffen. Christliche Gastfreundschaft ist keine Frage der Vorliebe, des Geldes oder der Persönlichkeit – sie ist eine Frage des Gehorsams gegenüber Gott.

Die Bibel zeigt uns verschiedene Vorbilder: Levi lud nach seiner Bekehrung Zöllner und Sünder zu einem großen Fest ein. Jesus fordert uns in Lukas 14 auf, nicht nur Freunde und Verwandte einzuladen, sondern Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde. Das ist die andere Wertordnung Jesu. In deiner Gemeinde gibt es Alleinstehende, die Zuwendung brauchen, Menschen in Notsituationen, die Unterstützung benötigen.

Gott erwartet nicht, dass du das Leid der ganzen Welt löst. Aber er erwartet, dass du die Welt ein Stück lebenswerter machst. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Überlege dir konkret, wen du in den nächsten Wochen einladen möchtest. Nimm deinen Terminkalender und setze es um. An der Liebe untereinander wird die Welt erkennen, dass du ein Jünger Jesu bist.

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