Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Dieses "siehe" begegnet uns zum ersten Mal im Schöpfungsbericht – ein Wort, das uns etwas Neues ins Bewusstsein bringen will. Jedes einzelne Werk Gottes war gut, aber das Gesamte, die Harmonie aller Dinge zusammen, war sehr gut. Hier liegt eine tiefe Wahrheit: Das Potenzial liegt nicht im Einzelnen, sondern in der Einheit aller geschaffenen Dinge.
Das gilt auch für dich als Gläubigen. In 2. Korinther 5,17 heißt es: "Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung." Jeder wiedergeborene Christ ist eine Schöpfung Gottes – aber das Potenzial entfaltet sich erst in der Gemeinschaft. In der Gemeinde gibt es starke und schwache Geschwister, solche mit brennender erster Liebe und andere, deren Liebe auf Sparflamme läuft. Es gibt kulturelle und sprachliche Unterschiede, Junge und Alte, Reiche und Arme. Erst im Zusammenwirken aller wird es "sehr gut". Solange du dich von der Gemeinschaft abkapselst, bleibst du nach Gottes Schöpfungsprinzipien unvollendet im Glauben.
Am siebten Tag vollendete Gott sein Werk und ruhte. Hier zeigt sich der zweite Beweis für Gottes Existenz: Er setzte der Fortentwicklung aller Stoffe eine Grenze. Seit 6000 Jahren entstehen keine neuen Elemente mehr – selbst die Mondgesteinsproben enthielten nichts Neues. Petrus schrieb bereits im Jahr 67 n.Chr., dass sich die Elemente einst auflösen werden (2. Petrus 3,10-12). Vor 150 Jahren lächelte man darüber, doch seit der Atombombe 1945 ist diese Wahrheit erschreckend aktuell.
Der Sabbat wurde mit drei Fundamenten eingesetzt: Ruhe, Segen und Heiligung. Gott ruhte von seinen Werken, segnete den Tag und heiligte ihn. Dieser Tag wurde ausdrücklich dem Volk Israel als Zeichen gegeben (2. Mose 31,15-17), damit die Völker durch ihr Verhalten an den Schöpfergott erinnert werden. Alle zehn Gebote wurden ins Neue Testament übernommen – bis auf das vierte. Du als Christ musst den Sabbat nicht halten, denn Jesus ist am ersten Tag der Woche auferstanden. Der Sabbat ist zeitlich begrenzt wie diese Erde, aber du hast das ewige Leben empfangen.
In 1. Mose 2,4 beginnt etwas Neues: "Dies ist die Geschichte des Himmels und der Erde." Beachte die Reihenfolge – erst Himmel, dann Erde. Doch am Ende des Verses heißt es: "Erde und Himmel." Die Sünde wird diese Ordnung umkehren. Der sündige Mensch stellt das Irdische an erste Stelle und strebt nach Unabhängigkeit von Gott. Eine Umkehr der göttlichen Ordnungen führt immer zum Chaos – in deinem Leben, deiner Familie, überall.
Jesus lehrte seine Jünger zu beten: "Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden." Die richtige Reihenfolge! Dein Schicksal liegt in Gottes Händen, nicht in deinen. Was hindert dich, dich dem Willen Gottes zu beugen? Stolz, Menschenfurcht, mangelnder Glaube, Ungehorsam? Je mehr das Dasein Gottes in dein Leben hineingreift, desto mehr verwirklicht sich sein Wille. Wie das Flugzeug am Himmel – aus der Ferne nur ein Punkt, doch je näher du kommst, desto größer wird das Staunen über Gottes Allmacht in deinem Leben.
