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Die Verheißung des Vaters

Samstag, 23. Mai 2015
45 Minuten

Die Verheißung des Vaters

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Jerusalem bedeutet Stadt des Friedens – und genau dort sollten die Jünger warten. Nicht irgendwo, sondern im Frieden. Diese Verheißung des Vaters, von der Jesus sprach, war den Juden nicht neu. Sie warteten auf den Messias, auf die Wiederherstellung des Reiches Israel. Doch als Jesus nach seiner Auferstehung zu ihnen kam, ging er auf ihre Frage nach dem Reich gar nicht ein. Stattdessen sagte er: "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und meine Zeugen sein."

Pfingsten ist das jüdische Schawuotfest – der Tag, an dem Gott die Tora gab. Nicht zufällig beginnt Jesus seine Erklärung über den Heiligen Geist mit den Worten: "Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote." Die Voraussetzungen für die Taufe mit dem Heiligen Geist sind klar: Leben nach Gottes Geboten, Einheit mit dem Vater und dem Leib Christi, und Liebe zu Jesus und den Geschwistern. Johannes 14 zeigt uns, dass der Heilige Geist ein "anderer Tröster" ist – gleichwertig mit Jesus, der Geist der Wahrheit, der bei uns bleibt.

Doch woran erkennst du, ob du mit dem Heiligen Geist erfüllt bist? Nicht an spektakulären Zeichen oder Wundern in erster Linie, sondern an der Frucht des Geistes: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Keuschheit. Der Heilige Geist gibt dir die Gewissheit: Du bist ein Kind Gottes. Er verbindet dich mit dem Leib Christi. Durch einen Geist sind wir alle zu einem Leib getauft – nicht verschiedene Geister, sondern ein Geist, der Einheit schafft.

Der Heilige Geist erfüllt dich mit Kraft – aber wozu? Nicht zur Selbstdarstellung, sondern um Zeuge Jesu zu sein. Er wirkt nur insofern in dir, wie du dich ihm zur Verfügung stellst. Gott ist nicht auf dich angewiesen, aber du auf ihn. Die 120 Jünger in Jerusalem beteten und fasteten – sie erkannten ihre Notwendigkeit und warteten im Gehorsam.

Viele versuchen heute, durch emotionale Großveranstaltungen eine Abkürzung zu nehmen. Doch der Weg führt über kontinuierliches, tägliches Gottdienen. Jeden Morgen neu um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist bitten – das ist der Weg. Bist du versiegelt mit dem Heiligen Geist? Ist die Gemeinde für dich Lebensinhalt oder nur Mittel zum Zweck? Lebst du in Abhängigkeit und Gehorsam, oder biegst du dir Gottes Gebote zurecht?

Epheser 4 ermahnt uns: Lebt würdig der Berufung, mit der ihr berufen seid – in Demut, Sanftmut und Geduld, bedacht auf die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib, ein Geist, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller.

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