Gott führte das Volk Israel aus Ägypten heraus – aber nicht auf dem direkten Weg. In 2. Mose 13,17-18 lesen wir, dass Gott bewusst einen Umweg wählte, durch die Wüste zum Schilfmeer. Der kürzere Weg hätte nur etwa einen Monat gedauert, doch dort hätten die Israeliten feindlichen Völkern begegnen müssen. Als ehemalige Sklaven waren sie für solche Kämpfe nicht vorbereitet. Gott in seiner Allwissenheit wusste das und führte sie anders – 40 Jahre lang durch die Wüste.
Die Wolkensäule, die Israel leitete, war ein übernatürliches Wunder. Tagsüber spendete sie Schatten, nachts leuchtete sie als Feuersäule. Sie bestimmte nicht nur die Route, sondern auch das Tempo. Die Wolke war Schutz – sie stellte sich zwischen Israel und die verfolgenden Ägypter. Sie war Gottes Offenbarungsstätte, von der aus er zum Volk sprach. Und in ihrer Nähe fiel das Manna, das tägliche Brot vom Himmel.
Das alles ist uns Jesus geworden. Sein Leben voller Wunder – Geburt, Leben, Sterben, Auferstehung, Himmelfahrt – ist unser Wegweiser. Er zeigt uns durch sein Wort und durch unsere Erfahrungen, wo es langgeht. Er ist unser Beschützer, der versprochen hat, immer bei uns zu sein. Er ist unser Versorger, der uns das Lebensmanna schenkt. Und mehr noch: Er ist unser Retter.
Umwege sind nicht lustig. Sie bringen Zeitverluste, Beschwerlichkeiten, Unverständnis. Doch sie können sicher sein und uns vor Gefahren bewahren. Sie erweitern unseren Horizont und lehren uns: Der kürzeste Weg ist nicht immer der beste. Vielleicht bist du gerade auf einem Umweg. Vielleicht läuft auch alles nach Plan. Beides hat seine Berechtigung. Wichtig ist: Behaupte nie, alles im Griff zu haben. Sei offen für Neues. Nimm nichts als selbstverständlich, wenn es gut läuft. Und vor allem: Bleibe in der Nähe der Wolke – bleibe bei Jesus.
Das Psalmwort aus Psalm 86 fasst es zusammen: "Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit." Sein Weg ist gut – auch wenn er manchmal durch die Wüste führt.
