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Die Stimme des Herrn in der Wüste

Samstag, 24. Mai 2014
39 Minuten

Die Stimme des Herrn in der Wüste

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Gott führt uns manchmal bewusst in die Wüste – nicht zur Strafe, sondern aus Liebe. In Jesaja 40 heißt es: "Eine Stimme ruft in der Wüste." Das ist nicht die Stimme eines Predigers, sondern die Stimme Gottes selbst. Und genau dort, wo es still, dunkel und einsam wird, können wir seine Stimme am klarsten hören.

Die Wüste ist uns Westeuropäern fremd. Wir kennen kaum absolute Stille oder völlige Dunkelheit. Doch das Volk Israel machte seine grundlegendsten Erfahrungen mit Gott während 40 Jahren Wüstenwanderung. Elia hörte Gottes Stimme in der Wüste, als er meinte, allein übrig geblieben zu sein. Hagar begegnete Gott dort mit der Frage: "Von wo kommst du und wo willst du hin?" Und ihre Antwort war: "Demütige dich."

Jesaja 43,18-19 verheißt: "Siehe, ich wirke Neues. Jetzt sprosst es auf. Ich lege durch die Wüste einen Weg, Ströme durch die Einöde." Gerade wenn du meinst, allein zu sein, wenn es dunkel scheint, sagt Gott dir, dass es weitergeht – nicht durch deine Kraft, sondern weil er etwas Neues schafft.

Jesus selbst ging nach seiner Taufe 40 Tage in die Wüste. Während seines Dienstes suchte er immer wieder die Stille, um die Stimme des Vaters zu hören. Selbst in Gethsemane und am Kreuz erlebte er die Wüstenerfahrung der Einsamkeit – damit du heute nicht verlassen sein musst.

In der Wüste lernst du dich selbst kennen. Du kommst Auge in Auge mit dir selbst. Dort wächst echte Demut. Dort entsteht Harmonie zwischen dem Inneren und Äußeren. Dort lernst du, andere wertzuschätzen und zu lieben, wie Gott alle Menschen liebt. Psalm 63 bringt es auf den Punkt: "Gott, mein Gott bist du. Nach dir suche ich. Es dürstet nach dir meine Seele in einem dürren Land ohne Wasser."

Psalm 84 spricht von Menschen, die durchs Tränental gehen, es sich aber zum Quellort machen. Gott will dir zeigen: Hier ist Wasser, hier ist Leben. Auch wenn es trocken und dunkel erscheint – Gott bereitet etwas Besseres vor. Er hört niemals auf, an dir zu arbeiten. Schalte regelmäßig alles ab, sei allein mit Gottes Wort und höre, was seine Stimme dir persönlich zu sagen hat.

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