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Die Notwendigkeit der Vergebung

Samstag, 24. November 2012
45 Minuten

Die Notwendigkeit der Vergebung

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Vergebung ist keine Option, sondern ein Gebot Gottes – und sie kostet etwas. Gott hat für unsere Vergebung seinen liebsten Sohn gegeben. Wenn du jemandem vergeben musst, der dir wirklich Böses zugefügt hat, wird es dich deinen Stolz, dein Ego und viel Überwindungskraft kosten. Vergebung bedeutet, den Schmerz der seelischen Verletzung anzunehmen und das Recht auf Vergeltung, Bitterkeit und Groll aufzugeben.

In Matthäus 18,15 bereitet Jesus seine Jünger darauf vor, dass Brüder an ihnen sündigen werden. Seine Anweisung ist klar: Bleib nicht passiv, sondern werde aktiv. Geh hin und rede mit dem anderen unter vier Augen. Das Ziel ist nicht, dem anderen wehzutun, sondern ihn zu gewinnen und Einigkeit wiederherzustellen. Wie oft warten wir darauf, dass der andere zu uns kommt? Jesus fordert uns auf, selbst den ersten Schritt zu machen.

Dabei gibt es wichtige Missverständnisse über Vergebung zu klären: Vergebung muss nicht immer sofort geschehen – manchmal braucht es Zeit, etwas zu verarbeiten. Selbst Gott wartete von Garten Eden bis Golgatha auf die endgültige Vergebung. Zweitens: Vergeben heißt nicht automatisch vergessen. Gott vergibt vollkommen, aber wir leben noch auf dieser gefallenen Erde. Wenn jemand von Alkohol befreit wurde, sollten wir ihm keinen Wein anbieten. Die Vergangenheit eines Menschen zu berücksichtigen bedeutet nicht, ihm nicht zu vergeben – es bedeutet, weise und achtsam zu sein. Drittens: Vergebung bedeutet nicht immer, dass eine zerbrochene Beziehung komplett wiederhergestellt werden kann. Manche Beziehungen tragen Narben, die bleiben.

Als Petrus Jesus fragt, wie oft er vergeben muss – siebenmal? – antwortet Jesus: siebzigmal siebenmal. Die Frage ist nicht, ob oder wie oft du vergeben sollst. Du sollst immer vergeben. Vergebung ist kein Vorschlag, sondern ein Gebot. In Matthäus 18 erzählt Jesus vom König, der einem Knecht eine riesige Schuld erlässt – umgerechnet etwa 50 Millionen Euro. Dieser Knecht geht hinaus und würgt einen Mitknecht, der ihm nur 50 Euro schuldet. Die Botschaft ist eindringlich: So wie Gott dir vergeben hat, sollst du anderen vergeben.

Im Vaterunser beten wir: "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern." Jesus fügt hinzu: Wenn ihr den Menschen nicht vergebt, wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben. Wer Vergebung verweigert, bekommt seelische Atemnot. Bitterkeit und Unversöhnlichkeit machen krank – körperlich und seelisch. Vergebung ist keine einmalige Sache, sondern ein Lebensstil, den wir in unseren Familien vorleben müssen. Kinder imitieren ihre Eltern bis ins kleinste Detail. Gesunde Familien führen zu einer gesunden Gemeinde.

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