Jesus sagt in Matthäus 7,12: "Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso. Denn dies ist das Gesetz und die Propheten." Diese goldene Regel ist keine fromme Theorie, sondern eine praktische Anleitung für dein tägliches Leben als Christ.
Wahre Gerechtigkeit vor Gott zeigt sich darin, dass du Gott von ganzem Herzen liebst und deinen Mitmenschen ebenso. Doch wie oft verfehlen wir uns in unseren Beziehungen – in der Ehe, in der Familie, in der Gemeinde! Worte, einmal ausgesprochen, sind wie Federn im Wind: unmöglich zurückzuholen. Sie können verletzen, Rufmord begehen, Beziehungen zerstören. Das neunte Gebot warnt uns eindringlich davor.
Denk an die Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde. Die Ankläger standen bereit, sie zu steinigen. Doch Jesus begegnete ihr mit herzlichem Erbarmen. Er verurteilte sie nicht, sondern richtete sie auf: "Wo sind deine Ankläger? So klage ich dich auch nicht an. Geh hin und sündige nicht mehr." Das ist der schmale Weg Jesu – ein Weg der Liebe, des Erbarmens, des Aufbauens statt des Zerstörens.
Christ sein bedeutet nicht nur, sich von Sünde fernzuhalten. Es bedeutet aktives, gutes Handeln. Wenn du möchtest, dass Menschen dich herzlich begrüßen, dann begrüße du sie herzlich. Wenn du dir wünschst, dass dein Ehepartner dir Zeit schenkt, dann schenke du ihm Zeit. Wenn du willst, dass deine Kinder zu dir kommen, dann verbringe Zeit mit ihnen, umarme sie, sage ihnen, dass du sie liebst.
In Kolosser 3,12-14 beschreibt Paulus die Kleidung, die du als Christ tragen sollst: herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut. Ertragt einander und vergebt einander, wie Christus euch vergeben hat. Über dies alles aber zieht die Liebe an.
Der breite Weg geht an Jesus vorbei. Er missachtet den Nächsten, lässt ihn liegen. Auf dem schmalen Weg dagegen ist Raum für Erbarmen, für aufbauende Worte, für Vergebung. Dieser Weg führt durch die enge Pforte – durch Jesus selbst, der sagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."
Heute ist der Tag, nicht mehr viel zu reden, sondern zu handeln. Geh auf den Bruder zu, mit dem etwas nicht stimmt. Vergib der Schwester, die dich verletzt hat. Sei freundlich, auch wenn dir nicht danach ist. Denn die Beziehung mit dem Herrn bringt Freude, auch durch Schwierigkeiten hindurch.
