Im Römerbrief Kapitel 3 finden wir einen Text, der die Reformation ausgelöst hat. Martin Luther stolperte als Professor in Wittenberg über genau diese Verse und erlebte seine Bekehrung. Auch John Wesley, der Gründer der Methodisten, kam durch dieses Kapitel zum Glauben. Was macht diese Bibelstelle so kraftvoll?
Die spätmittelalterliche katholische Kirche lehrte, dass du durch Sakramente und eigene Leistung vor Gott akzeptabel wirst. Luther versuchte als Mönch verzweifelt, jede Regel einzuhalten. Er sagte später: "Wenn je jemand durch Möncherei gerettet werden würde, dann bestimmt ich." Doch in Römer 3 entdeckte er die befreiende Wahrheit: Gott errettet dich allein aus Glauben, allein aus Gnade. Du kannst nichts dazu beitragen.
Paulus macht unmissverständlich klar: "Es ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer." Kein Mensch je – außer Jesus – war ohne Sünde. Die Juden kannten Gottes Gesetz genau, doch das machte sie nicht besser, sondern zeigte nur umso deutlicher ihre Schuld. Wer mehr weiß, trägt mehr Verantwortung. Das Gesetz war nie als Rettungsweg gedacht, sondern sollte dem Menschen zeigen: Du bist erlösungsbedürftig.
Viele Menschen heute halten sich für grundsätzlich gut. Doch wenn du ehrlich vor Gott stehst – allein mit deinem Mund, deinen Gedanken, deinen verborgenen Motiven – erkennst du die Wahrheit. Selbst als Christ darfst du dir nichts einbilden auf deine Frömmigkeit. Wer sagt, er sei ohne Sünde, ist ein Lügner, schreibt Johannes.
Die entscheidende Aussage steht in Vers 28: "Der Mensch wird durch den Glauben gerechtfertigt ohne Werke des Gesetzes." Nicht 80 Prozent Gnade und 20 Prozent deine Leistung – sondern 100 Prozent Gnade. Fromme Erziehung, Gemeindebesuch, Bibellesen sind gut, aber sie retten nicht. Nur das Eingeständnis "Ich bin schuldig, ich brauche Vergebung" führt zu Christus.
Gott hat dich geliebt, als du noch sein Feind warst. Er kennt dich genau – und liebt dich trotzdem. Das soll dich nicht niederdrücken, sondern befreien. Wenn du noch nicht Christ bist, wende dich heute an Jesus. Wenn du bereits gläubig bist, bleib offen dafür, dass Gott dir zeigt, wo noch Veränderung nötig ist – nicht um dich zu frustrieren, sondern um dich Jesus ähnlicher zu machen.
