Die Gemeinde - eine geniale Konstruktion Gottes
Paulus beschreibt in 1. Korinther 12,12-27 die Gemeinde als einen lebendigen Körper – und dieses Bild ist genial durchdacht. Wenn du dir deinen eigenen Körper anschaust, erkennst du Gottes Kreativität: Nimm nur die Nieren, diese unscheinbaren Organe von gerade mal 120 Gramm. Sie filtern täglich 1700 Liter Blut, gewinnen 99 Prozent des Wassers zurück und halten dich am Leben – ohne dass du es bemerkst. Genauso präzise hat Gott seine Gemeinde konstruiert.
Die Gemeinde in Korinth war ein bunter Haufen: Juden und Griechen, Sklaven und Freie, Arme und einige Wohlhabende. Zwischen ihnen lagen tiefe Gräben – kulturell, religiös, gesellschaftlich. Doch der Heilige Geist hatte sie zu einem Körper zusammengefügt. Genau das ist die Grundlage: Nicht unsere Sympathien oder gemeinsamen Interessen verbinden uns, sondern der Heilige Geist. Er überwindet Barrieren und schafft Einheit in der Vielfalt.
Jesus identifiziert sich so stark mit seiner Gemeinde, dass er zu Saulus sagte: "Warum verfolgst du mich?" – nicht "meine Gemeinde", sondern "mich". Die Gemeinde ist ihm heilig, und wie wir miteinander umgehen, sagt etwas über unsere Beziehung zu Gott aus. Du bist kein Besucher, der nur seine Vorteile rausholt. Du bist ein Glied am Körper Christi mit einer wichtigen Funktion.
Es gibt keine Christen erster und zweiter Klasse. Der kleine Finger ist genauso wichtig wie das Auge. Ein entzündeter Zeh kann den ganzen Körper krank machen. Paulus warnt sowohl vor Minderwertigkeitsgefühlen ("Ich bin nur der Fuß, ich gehöre nicht dazu") als auch vor Überheblichkeit ("Ich bin das Auge, ich brauche die Hand nicht"). Gott selbst hat jedes Glied an seinen Platz gesetzt – und niemand ist nutzlos.
Die Gemeinde soll eine Solidargemeinschaft sein: Wenn ein Glied leidet, leiden alle mit. Wenn eines geehrt wird, freuen sich alle. Das bedeutet konkret: füreinander beten, anpacken, die Last des anderen mittragen, einander in den Gaben fördern. Die ganze Fülle Christi soll in der Gemeinde sichtbar werden – durch unsere Vielfalt, nicht durch Gleichförmigkeit.
