Zehn Tage lang harrten die Jünger in Jerusalem aus – betend, wartend, vereint in der Erwartung dessen, was Jesus ihnen verheißen hatte. An jenem Pfingsttag sollte sich erfüllen, was die Welt für immer verändern würde: die Geburt der Gemeinde durch die Kraft des Heiligen Geistes. Dieser Tag markiert nicht nur einen historischen Wendepunkt, sondern zeigt uns auch heute, wie Gott durch Menschen wirkt, die sich in Einmütigkeit und Gebet vor ihm versammeln. Was würde wohl geschehen, wenn wir heute mit solcher Ausdauer und Einmütigkeit beten würden?
Dann erfüllte sich der Tag der Pfingsten. Weißt du, dass dieses jüdische Fest bereits im Alten Testament auf genau diesen Moment hinwies? Fünfzig Tage nach dem Passahfest, als zwei gesäuerte Brote dargebracht wurden – ein Bild für Juden und Heiden, die durch den Geist zu einem Leib vereint werden sollten. Wie am Sinai einst das Gesetz auf Steintafeln gegeben wurde, so schreibt Gott nun sein Gesetz auf die Herzen der Gläubigen.
Plötzlich geschah es: Ein Brausen wie von einem gewaltigen Wind erfüllte das Haus. Zungen wie von Feuer erschienen. Die Jünger wurden mit Heiligem Geist erfüllt – völlig durchdrungen, wie ein Stoff, der in Farbe getaucht wird. Und dann das Erstaunliche: Sie begannen in Sprachen zu reden, die sie nie gelernt hatten. Menschen aus fünfzehn verschiedenen Regionen hörten sie – jeder in seinem eigenen Dialekt!
Dieses Sprachenwunder war kein Zufall. Gott machte deutlich: Die Botschaft geht jetzt zu allen Völkern. Nicht nur Israel, sondern die ganze Welt soll das Evangelium hören. Wie die Herrlichkeit Gottes einst die Stiftshütte erfüllte, so erfüllte nun der Heilige Geist die Gemeinde – den neuen Tempel Gottes.
Aber hier ist die entscheidende Frage: Was hat Pfingsten mit dir zu tun? Seit diesem Tag empfängt jeder, der zum Glauben kommt, den Heiligen Geist. Epheser 1,13-14 macht das kristallklar. Doch den Geist zu haben und vom Geist erfüllt zu sein – das sind zwei verschiedene Dinge. Wie sieht es in deinem Leben aus?
