Die Adventszeit erinnert uns an die Ankunft des Herrn – doch wusstest du, dass die Bibel von vier verschiedenen Ankünften Jesu spricht? Der Adventskranz, den wir heute kennen, entstand 1839 durch Johann Heinrich Wichern, einen evangelischen Theologen, der Waisenkinder betreute. Mit einem alten Holzrad und Kerzen zeigte er ihnen: Jesus kam als Licht in die Dunkelheit – und er wird wiederkommen.
Diese vier Adventssonntage symbolisieren die vierfache Ankunft Christi: Er kam als Menschensohn, er kommt als Bräutigam für seine Gemeinde, er wird als König in Macht und Herrlichkeit erscheinen, und schließlich als Weltenrichter. Doch heute geht es um den zweiten Advent – um Jesus als Bräutigam, der seine Gemeinde zu sich holt.
Die Thessalonicher waren eine junge, verfolgte Gemeinde. Als einige Gläubige starben, gerieten sie in Panik: Was geschieht mit den Verstorbenen bei der Wiederkunft des Herrn? Paulus antwortet ihnen in 1. Thessalonicher 4,13-18 mit einer klaren Botschaft: "Ich will euch nicht in Unwissenheit lassen." Unwissenheit in geistlichen Dingen führt zu Unsicherheit, Zweifeln und Traurigkeit. Doch Paulus öffnet ein Geheimnis, das im Alten Testament verborgen war.
Der Prophet Sacharja sprach davon, dass der Herr mit "allen Heiligen" kommen wird – doch wie kommen diese Heiligen in die Nähe Gottes? Die Antwort: durch die Entrückung. Paulus erklärt: Die verstorbenen Gläubigen sind "entschlafen" – ihre Seelen ruhen bei Gott. Bei der Wiederkunft Christi werden sie zuerst auferweckt mit einem neuen, unverweslichen Leib. Dann werden die noch lebenden Gläubigen verwandelt und zusammen mit ihnen entrückt "in Wolken zur Begegnung mit dem Herrn in die Luft."
Diese Entrückung wird plötzlich geschehen, "in einem Augenblick", wie 1. Korinther 15,51-52 sagt. Zwei werden im Bett liegen – einer wird genommen, der andere bleibt zurück. Zwei werden arbeiten – einer wird entrückt, der andere bleibt. Weltweit, unerwartet, allezeit möglich. Den genauen Zeitpunkt kennt niemand – nicht einmal die Engel oder der Menschensohn selbst.
Doch für die Gläubigen ist dies kein Schrecken, sondern Trost und Hoffnung. Paulus schließt: "Seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn." Die Erwartung der Wiederkunft soll uns Mut geben, dem Herrn treu zu dienen – genau dort, wo er uns hingestellt hat. Die große Frage bleibt: Bist du bereit?
