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Die christliche Kleiderordnung

Sonntag, 2. Juni 2019
51 Minuten

Die christliche Kleiderordnung

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In Kolosser 3,12 steht eine Kleiderordnung, die Gott für seine Kinder vorgesehen hat: "So zieht nun an als Gottes Auserwählte, als Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut." Diese fünf Kleidungsstücke sollen wir tragen – doch sie passen uns oft nicht so recht, wie das kratzige Oberteil aus der Kindheit, das zwar schön aussah, aber unangenehm auf der Haut war.

Herzliches Erbarmen ist das erste Kleidungsstück. Gott selbst ist barmherzig und reich an Erbarmen, wie Psalm 103,8 und Epheser 2,4 zeigen. Der barmherzige Samariter zeigt uns, wie diese Barmherzigkeit aussehen soll: nicht nur ein flüchtiges Mitgefühl, sondern aktives Handeln. In Matthäus 25,34-36 nennt Jesus die sieben Werke der Barmherzigkeit: Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke besuchen, Gefangene besuchen, Tote bestatten. Doch Vorsicht: Die Geschichte der Gibeoniter in Josua 9 zeigt, dass Barmherzigkeit mit Weisheit gepaart sein muss. Sie täuschten mit alten Kleidern und schimmeligem Brot eine lange Reise vor, um Josua zu überlisten. Barmherzigkeit soll weise eingesetzt werden.

Freundlichkeit ist das zweite Stück. Sie ist eine Frucht des Geistes (Galater 5,22) und schafft Freundschaft. "Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist" (Psalm 34,9). Titus 3,4 erinnert uns: "Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilandes." Du darfst Kind Gottes sein – was für ein Privileg! Warum solltest du unfreundlich sein?

Demut ist das dritte Kleidungsstück, das wir am wenigsten gerne anziehen. 1. Petrus 5,5-6 sagt: "Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade." Jesus wusch seinen Jüngern die Füße – sogar Judas. Ein demütiger Mensch lässt von seinem Ego ab und stellt sich unter Gottes Führung. Doch Vorsicht vor dem Pharisäer in Lukas 18,11, der betete: "Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die anderen Leute." Das ist die gefährlichste Art von Hochmut – eine nach innen gekehrte Selbstzufriedenheit.

Sanftmut folgt der Demut. Jesus sagt in Matthäus 11,29: "Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen." Galater 6,1 zeigt: Wenn jemand in Sünde fällt, sollen wir ihn mit sanftmütigem Geist wieder zurechthelfen.

Langmut schließlich lehrt uns, Gott zu vertrauen. Abraham wartete in Geduld und erlangte die Verheißung (Hebräer 6,15). Gott schenkt dir Geduld nicht als Portion für 48 Stunden, sondern möchte jeden Augenblick mit dir gehen.

Diese Kleider machen einen Christen aus – nicht das äußere Erscheinungsbild. Gott möchte, dass du dir diese Kleidungsstücke von ihm anziehen lässt, eng gebunden an Jesus Christus.

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