GGPF Logo

Gehe aus von ihr mein Volk

Sonntag, 8. Dezember 2019
44 Minuten

Gehe aus von ihr mein Volk

0:0043:52

Abraham lebte in einer hochentwickelten Zivilisation. In Ur in Chaldäa standen prächtige Paläste, die Menschen beherrschten komplexe Mathematik, bauten monumentale Türme und verfügten über einen Lebensstandard, der dem unseren heute ähnelt. Doch diese intelligenten Menschen hatten sich von Gott abgewandt. Sie bauten Türme wie den zu Babel – 91 Meter hoch, gekrönt von einem Tempel für den Mondgott. Sie verwarfen das wahre Licht und beteten einen Abglanz der Sonne an.

Das Erschütternde daran: Diese Generation hatte noch direkten Zugang zu Augenzeugen. Noah lebte 350 Jahre nach der Sintflut, sein Sohn Sem sogar 500 Jahre. Abraham wurde 292 Jahre nach der Sintflut geboren. Diese Menschen hätten mit denen sprechen können, die vor den Toren des Garten Eden gestanden hatten, die mit Adam kommuniziert hatten, die die Gegenwart Gottes persönlich erlebt hatten. Sie sahen die Folgen der Sintflut noch vor Augen. Und trotzdem – oder gerade deshalb – bauten sie sich Götzen.

In 1. Petrus 2,9 heißt es, dass Gott uns aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat. Genau das tat er bei Abraham. Mitten aus dieser gottlosen Gesellschaft rief Gott ihn heraus: "Zieh aus von deiner Verwandtschaft, von deinem Vaterland, von deiner Familie." Abraham sollte sein komfortables Leben, seinen Luxus, seine Sicherheit aufgeben – für eine ungewisse Zukunft in der Wüste, ohne GPS, ohne genaues Ziel.

Doch Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. Sein Vater Terach begann den Weg, blieb aber in Haran hängen – einer Stadt, wo wieder derselbe Mondgott angebetet wurde. Erst als Abraham wirklich losließ, konnte Gottes Verheißung sich erfüllen.

Jesus sagt uns, dass es bei seinem Kommen sein wird wie zu Zeiten Noahs und Sodom und Gomorras. Wir leben in genau dieser Zeit. Die Gesellschaft zerstört sich selbst, Dinge die früher strafbar waren, gelten heute als cool. Doch du bist nicht allein. Genauso wie es zu Abrahams Zeit gottesfürchtige Menschen wie Hiob und Melchisedek gab, gibt es heute tausende, die mit Gott leben.

Gott ruft dich heute nicht auf eine einsame Insel. Er sendet dich mitten in diese Welt hinein – aber er fordert dich auf, dich von der Sünde fernzuhalten. Das bedeutet nicht bestimmte Kleidervorschriften oder Frisuren, sondern ein Leben, das sich nicht von den Götzen dieser Zeit gefangen nehmen lässt: Beruf, Geld, Beziehungen, Computerspiele. Gott will, dass du ein Licht bist in dieser Finsternis – nicht nur in der Adventszeit, sondern das ganze Jahr hindurch.

Teilen