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Der Weg zu Gott

Samstag, 12. Oktober 2013
28 Minuten

Der Weg zu Gott

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In Lukas 18, Verse 9 bis 14, erzählt Jesus ein Gleichnis, das uns zeigt, wie wir wirklich zu Gott kommen können. Zwei Männer gehen in den Tempel – ein Pharisäer und ein Zöllner. Beide wollen beten, aber ihre Herzenshaltung könnte unterschiedlicher nicht sein.

Der Pharisäer stellt sich gut sichtbar in den inneren Tempelbezirk und betet: "Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen – Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner da. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem." Er feiert regelrecht Erntedankfest über seine eigene Persönlichkeit. Die Bibel sagt, er betete "bei sich selbst" – nicht zu Gott, sondern zu sich selbst. Es gibt tatsächlich eine Art zu beten, bei der du nicht Gott anbetest, sondern dich selbst.

Die Pharisäer waren moralisch vorbildliche Menschen mit strengen religiösen Standards. Sie hielten über 600 Gesetze ein und verachteten alle, die nicht ihrem Maßstab entsprachen. Doch genau hier liegt die Gefahr: Ihre guten Sitten und Gebräuche wurden zu ihrer eigenen Gerechtigkeit.

Der Zöllner dagegen steht weit entfernt, vielleicht im Vorhof der Heiden. Er wagt es nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben. Er schlägt an seine Brust und ruft: "Gott, sei mir Sünder gnädig!" Er stellt nichts zur Schau. Er weiß, dass er Gott nicht genügen kann. Er braucht Gottes Gnade, um überhaupt vor ihm erscheinen zu können.

Und jetzt kommt die Überraschung: Jesus sagt, dieser Zöllner ging gerechtfertigt nach Hause – im Gegensatz zum Pharisäer. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden. Wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Es geht nicht darum, ob du viele gute Werke vorweisen kannst. Es geht um deine Herzenshaltung. Machst du dich täglich von Gottes Gnade abhängig? Oder versuchst du, Gott mit deiner eigenen Gerechtigkeit zu beeindrucken? Lebst du aus der Vergebung, die Gott dir zuspricht, oder aus deiner Selbstgerechtigkeit?

Vielleicht fühlst du dich manchmal nicht würdig, vor Gott zu kommen. Genau dann möchte Jesus dir Mut machen: Komm zu ihm und mach dich von seiner Gnade abhängig. Das ist der Weg zu Gott – Ehrlichkeit darüber, wer du wirklich bist, und die demütige Bitte um seine Gnade.

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