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Der Umgang mit Zweifel

Sonntag, 29. Oktober 2017
42 Minuten

Der Umgang mit Zweifel

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Zweifel gehören zum Christsein dazu – auch wenn das in manchen christlichen Kreisen ungern gehört wird. Die Bibel selbst zeigt uns in Matthäus 28,16-20, dass sogar die elf Jünger zweifelten, als sie den auferstandenen Jesus sahen und ihn anbeteten. Einige von ihnen fragten sich selbst in diesem Moment: Wie wird es weitergehen? Was bedeutet das alles für uns?

Das Bemerkenswerte ist: Jesus war von ihren Zweifeln nicht überrascht. Er ging nicht darauf ein, nannte keine Namen, stellte niemanden bloß. Stattdessen richtete er ihren Blick neu aus: "Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker." Jesus forderte ausgerechnet die Zweifelnden auf, hinauszugehen und das Evangelium weiterzugeben. Das widerspricht völlig unserer menschlichen Logik – würdest du jemanden einstellen, der nicht hundertprozentig von deinem Produkt überzeugt ist?

Doch Jesus lehrt ein anderes Prinzip: Es ist nicht entscheidend, was du fühlst oder ob du alles zu 100 Prozent verstehst. Entscheidend ist, dass du gehorsam seinen Auftrag ausführst und die Wahrheit weitergibst. Johannes 8,32 sagt: "Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen." Die Wahrheit bleibt wahr, unabhängig von unseren Gefühlen: Christus ist für alle gestorben, hat unsere Schuld auf sich genommen, und wer zu ihm kommt, wird angenommen.

Wir leben in einer aufgeklärten Welt, in der alles erklärt und begründet werden muss. Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht Gott. Doch genau das steht uns oft im Weg. Interessanterweise waren es die Baptisten, die trotz ihrer Erwählungslehre weltweit die meisten Missionen betrieben – aus einem einfachen Grund: Gehorsam gegenüber dem Missionsbefehl, auch wenn sie es theologisch nicht vollständig erklären konnten.

Der Judasbrief gibt uns konkrete Anleitung im Umgang mit Zweifelnden. In Vers 22 heißt es: "Erbarmt euch über die, die zweifeln." Wir sollen nicht abstempeln oder verurteilen, sondern Verständnis aufbringen, ermutigen und den Blick neu auf Christus ausrichten. Vers 24 erinnert uns: Gott ist mächtig genug, uns vor dem Straucheln zu bewahren – vor Enttäuschungen, vor dem Zurückbleiben im Glauben, vor dem endgültigen Schiffbruch.

Drei praktische Schritte im Umgang mit Zweifeln: Erstens, richte dich auf Jesus aus und gehorche seinem Wort, unabhängig von deinen Gefühlen. Zweitens, sei barmherzig mit anderen, die zweifeln. Drittens, geh ehrlich mit deinen Zweifeln zu Gott – eine gesunde Selbstreflexion vor ihm ist unumgehbar. Erst wenn du vor Gott alles öffnest und ihm ehrlich alles sagst, kann er dir auch ehrlich antworten.

Denk an Petrus nach der erfolglosen Nacht: Er hatte keine Lust mehr, aber auf Jesu Wort hin fuhr er hinaus – und erlebte den überwältigenden Segen. Wenn du lernst, in deinem Zweifel auf Gott zu hören und ihm gehorsam zu sein, auch wenn es nicht logisch erscheint, wirst du seinen Segen empfangen.

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