Jesus erzählt von zwei Männern aus dem Volk Israel, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine kleidet sich in Purpur und kostbare Leinwand, lebt jeden Tag in Luxus und Überfluss. Sein Name wird nicht erwähnt – Gott sieht es nicht einmal für nötig, ihn in Erinnerung zu rufen. Der andere heißt Lazarus, was bedeutet: "Meine Hilfe ist bei Gott". Er liegt vor der Tür des Reichen, voller Geschwüre, von Krankheit geplagt, hungernd nach den Brotsamen vom Tisch des Reichen.
Beide sterben. Der Reiche in allen Ehren, begraben mit Würde. Lazarus stirbt sogar vor ihm, ohne je etwas Gutes in seinem Leben gesehen zu haben. Die Bibel schweigt darüber, ob er überhaupt begraben wurde. Doch hier endet die Geschichte nicht – sie fängt erst richtig an. Denn ab Lukas 16,22 zeigt uns Gott die Perspektive der Ewigkeit.
Lazarus wird von Engeln in Abrahams Schoß getragen. Jedes Abendgebet eines frommen Juden enthielt die Bitte: "Zu meiner Rechten der Engel Michael, zu meiner Linken Gabriel" – genau das erlebt Lazarus nun. Was er im Glauben bekannte, wird Wirklichkeit. Der Reiche hingegen erwacht im Totenreich, bei vollem Bewusstsein, in Qualen. Er erkennt Abraham, er erkennt Lazarus. Er schreit um Erbarmen, bittet um einen Tropfen Wasser zur Kühlung seiner Zunge.
Zwischen beiden ist eine große Kluft befestigt, die niemand überwinden kann. Was Gott befestigt hat, kann keine Macht lösen. Der Reiche wird sogar zum Missionar, fleht Abraham an, Lazarus zu seinen fünf Brüdern zu senden, um sie zu warnen. Doch Abraham antwortet: "Sie haben Mose und die Propheten" – sie haben das Wort Gottes.
Diese Geschichte konfrontiert die Pharisäer, die geldgierig waren und über Jesus spotteten, mit einer radikalen Wahrheit: Nicht äußerer Reichtum zeigt Gottes Segen, sondern der Glaube rettet. Lazarus wurde nicht gerettet, weil er arm war, sondern weil er trotz Behinderung, Krankheit und Elend im Glauben durchhielt. Er hatte keine Möglichkeit, die geforderten Opfer zu bringen – er wurde allein durch den Glauben gerettet.
Hebräer 9,27 macht es deutlich: So gewiss jeder Mensch sterben wird, so gewiss wird er auch gerichtet. Die Entscheidung muss hier fallen, in diesem Leben. Nach dem Tod gibt es keine zweite Chance, keine weitere Gnade. Der reiche Mann bekehrt sich im Totenreich – doch es ist zu spät.
Was du mit den Gütern tust, die Gott dir anvertraut hat, entscheidet über die Ewigkeit. Nicht was du besitzt, sondern wie du es zur Ehre Gottes verwaltest. Halte fest im Glauben, halte Gott die Treue – denn auf dich wartet ein großer Lohn.
