Josef, David und du – alle unterliegen demselben unumstößlichen Prinzip: Der Mensch erntet, was er sät. Galater 6,7 macht das unmissverständlich klar. Gott lässt sich nicht spotten. Diese Wahrheit zieht sich durch die gesamte Bibel und durch dein Leben.
David war ein Mann nach dem Herzen Gottes, gesegnet und erfolgreich. Doch genau in der Ruhezeit, als er nicht mehr im Krieg für Gott im Einsatz war, hatte Satan plötzlich Angriffsfläche. Es begann harmlos – ein Spaziergang auf dem Dach. Dann sah er Bathseba beim Baden. Von einer Sekunde zur anderen war die Versuchung da. Ehebruch, Mord – unfassbar, wie tief dieser gesegnete König fiel.
Heute passiert dir vielleicht nicht dasselbe wie David, aber die Versuchung kommt anders: durch dein Smartphone, durch das Internet, durch Medien. Von einem Klick zum anderen kann die Sünde da sein – nicht real, aber virtuell. Wenn David fallen konnte, dann kannst auch du fallen. Paulus warnt in 1. Korinther 10,12: "Wer da meint, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle."
David war blind für sich selbst. Er erkannte die Ungerechtigkeit bei anderen sofort, als Prophet Nathan ihm die Geschichte vom reichen Mann erzählte, der dem Armen sein Lamm wegnahm. Voller Zorn verurteilte David diesen Mann zum Tod. Doch dann kam Nathans vernichtende Aussage: "Du bist der Mann!" Wie oft siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge nicht?
David brach zusammen. Keine Ausreden, keine Rechtfertigungen. "Ich habe gesündigt wider den HERRN" (2. Samuel 12,13). Sofort sprach Nathan ihm Vergebung zu: "Du wirst nicht sterben." Nach dem Gesetz hätte David sterben müssen – Ehebruch und Mord wurden mit dem Tod bestraft. Aber Gottes Gnade ist höher als sein Gesetz. Hesekiel 18 zeigt: Gott will Leben, nicht Tod.
Doch hier kommt die entscheidende Wahrheit: Vergebung bedeutet nicht "vergeben und vergessen". David verlor sein erstes Kind. Seine Familie erlebte unsägliches Leid. Alles, was Nathan ankündigte, traf ein. Die Sünde war vergeben, aber die Folgen blieben. Wie Nägel, die du aus einem Holzbrett ziehst – die Löcher bleiben.
Gott vergibt dir, wenn du deine Sünde bekennst (1. Johannes 1,9). Aber mit den Folgen musst du leben. Deshalb ist es immer besser, die Sünde erst gar nicht zuzulassen. Fliehe wie Josef vor der Versuchung! Gib der Sünde keinen Raum in deinem Leben.
Das Erstaunliche: Gott stellte David nicht beiseite. Er durfte König bleiben. Bathseba gebar Salomo, und Gott liebte ihn. Salomo wurde einer der bedeutendsten Könige und steht sogar im Stammbaum Jesu. Gottes Vergebung ist vollständig und echt.
Du wirst ernten, was du säst – ohne Ausnahme. Diese Wahrheit soll dich warnen und zugleich ermutigen: Meide die Sünde, aber wenn du gefallen bist, bekenne sie ehrlich vor Gott. Er vergibt treu und gerecht.
